Titel Das Gesunde Büro
Herausgeber Messe Frankfurt Exhibition GmbH
Paperworld, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main
Konzept André Schmidt, MATTER Büro für Architektur und Städtebau
Gestaltung Luciana Siggel
Redaktion/Text Ludwig Engel, André Schmidt
Interview Ludwig Engel, Interview mit Mazda Adli
Übersetzung Alan Connor
Druck Messe Frankfurt Medien und Service GmbH
Copyright Messe Frankfurt Exhibition GmbH 2018
[:en]Titel The Healthy Office
Publisher Messe Frankfurt Exhibition GmbH
Paperworld, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main
Concept André Schmidt, MATTER Büro für Architektur und Städtebau
Design Luciana Siggel
Editorial/Text Ludwig Engel, André Schmidt
Interview Ludwig Engel, Interview mit Mazda Adli
Translation Alan Connor
Print Messe Frankfurt Medien und Service GmbH
Copyright Messe Frankfurt Exhibition GmbH 2018
[:]Was ist ein gutes Büro? Und was dazu noch ein gesunder Arbeitsplatz? Manchmal hilft es, das Gegenteil zu untersuchen, um Antworten auf seine Fragen zu bekommen. Was also macht ein schlechtes Büro aus? Ist es der überbordende Schreibtisch, an dem man viel zu lange auf einem alten Bürostuhl bewegungslos sitzt? Ist es die schlechte Luft und die viel zu geringe Beleuchtung, die einen müde machen, trotz des vielen Kaffees? Sind es die telefonierenden Kollegen, wegen denen man dauernd die Konzentration verliert oder das Gefühl, das die Arbeit sinnlos ist und man deshalb schon innerlich gekündigt hat? Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die dazu führen, dass wir gestresst sind, uns der Kopf oder Rücken weh tut oder wir psychisch leiden. Auf die ein oder andere Art führt dies zum Rückgang unserer Produktivität und einem verminderten Wohlbefinden. Im schlimmsten Fall werden wir sogar krank.
Um dies zu vermeiden, zeigen wir hier die wichtigsten Aspekte auf und geben Gedankenanstöße zu Verbesserungen der eigenen Bürowelt.
[:en]What makes a good office? And what about a healthy workplace? Sometimes it helps to examine the opposite to find the answers to such questions. So what makes a bad office? Is it the overflowing desk, where you sit on an old office chair for far too long? Is it the bad air and the too low lighting that make you tired, despite gallons of coffee? Is it all your colleagues on the phone permanently causing you to lose concentration, or the feeling that the work is meaningless anyway, which is why you've already mentally resigned? There are a multitude of reasons that make us stressed, suffer psychologically, or cause head or back ache. One way or another, this leads to a decline in our productivity and a diminished sense of well-being. In the worst case, it even makes us ill. To prevent this happening, we present the most important aspects below, and provide food for thought on how to improve our personal office world.
[:]
The Good, the Bad and the Healthy
Bürosprüchen wie „Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger!“ sind wir alle schon einmal begegnet. Es gibt unzählige Varianten davon. Manche haben den Chef auf dem Kieker, einige bemängeln das Arbeitspensum und die gestellten Aufgaben, andere nehmen sich die Kollegen vor.
Ihnen allen ist gemeinsam, dass es im Kern um Stressfaktoren geht, die sich aus Über- oder Unterforderung, aus Hierarchiestrukturen, der Arbeitsorganisation und dem Zusammen- oder Gegeneinanderarbeiten im Team ableiten lassen. Und Stress kann, wenn er als negativ empfunden wird, krankmachen. Das führt in der Konsequenz immer häufiger zu Burn-Out und Depressionen.
Stress gilt aber nicht als einziger Faktor, der uns im Büro krankmachen kann. Das kristallisierte sich bei unseren Vorüberlegungen für die Konzeption der Sonderschau Büro der Zukunft auf der Fachmesse Paperworld zum Thema „Das gesunde Büro“ heraus. Wir stellten uns zunächst die Frage, was uns eigentlich krankmacht. Nach eingehenden Recherchen identifizierten wir Bereiche, die entweder zu einem schlechten oder gesunden Büroklima beitragen können. Zusätzlich lassen sich diese sechs Bereiche „Büroraum“, „Möblierung“, „Ernährung“, „Arbeitsweise“, „Kollegen und „Aufgaben“ und die „Arbeit an sich“ einer „weichen“ oder „harten“ Kategorie zuordnen.
Zu den weichen Faktoren zählen die Arbeitsweise, die Kollegen, die Mitarbeiter- und Hierarchiestruktur sowie die eigentliche Aufgabe, für die man verantwortlich ist. Zu den harten Faktoren gehören der Büroraum selbst, seine Möblierung im engeren und weiteren Sinne sowie Ernährungsoptionen für die Mitarbeiter. Ausgehend vom Wissen um die harten und weichen Faktoren und die sechs Bereiche lassen sich bestehende Bürosituationen präziser verbessern oder neue Bürolandschaften entwerfen.
Beispiel Büroraum: Raumakustik, Luftqualität, Beleuchtung beziehungsweise natürliche Belichtung sowie Begrünung sind die wesentlichen Aspekte, die maßgeblich ein gutes Arbeitsumfeld bestimmen. Hinzu kommt eine geschickte Raumaufteilung, um auf die Bedürfnisse von konzentrierter oder kommunikativer Arbeit eingehen zu können.
Was in den vom Quickborner Team geplanten Bürolandschaften in den 60er-Jahren seinen Anfang nahm und sich bis hin zu heutigen Großraumbüros oder Zellenbüros fortsetzt, muss konsequent weitergedacht werden. Heute geht es darum, die Vorteile von Einzel- und Großraumbüros gekonnt zu verschmelzen. Einzelne Zonen anstelle eines großen Raums sind das Ziel. Mittels informeller Meetingbereiche, akustisch geschützter Telefonzellen, Besprechungslounges, Lesezonen und Teamküchen entstehen viele Arbeitsplätze unterschiedlicher Qualität, die die Mitarbeiter abhängig von der momentanen Aufgabe aufsuchen können. Im Idealfall wechseln sie mehrmals am Tag den Arbeitsplatz.
Dadurch soll das dauernde Sitzen an derselben Stelle vermieden werden. Zwar haben reine Steharbeitsplätze ebenfalls Nachteile, aber sie erleichtern es doch deutlich, mal aufzustehen, zu Kollegen zu gehen, um kurz etwas zu besprechen, oder in einen anderen Bürobereich zu laufen. Das fällt vom Sitzen aus schwerer. Umso wichtiger ist es, die Bequemlichkeit des Sitzens durch möglichst viele Anreize aufzubrechen.
Womit wir beim zweiten Bereich, der Möblierung angekommen wären. Fast alle großen Büromöbelhersteller haben das Thema Ergonomie verinnerlicht. Davon zeugen zahlreiche Sitzmöbel, die den Körper entweder in die richtige Haltung bringen oder den Benutzer durch gezielte Instabilität zum aktiven Sitzen anregen. Seit erkannt wurde, welche Vorteile das Arbeiten im Stehen bietet, vergrößert sich die Auswahl an Tischen, die von einfachen, mechanisch verstellbaren Modellen bis hin zu elektrisch steuerbaren Exemplaren reicht, die individuelle Höhenprofile speichern können. Neben diesen klassischen Büromöbeln halten immer häufiger alternative Sitz- und Stehgelegenheiten in moderne Büros Einzug. Diese Entwicklung unterstützen Zonenkonzepte, die darauf basieren, dass die Einrichtung der Bürowelt genügend Abwechslung bietet.
Im weitesten Sinne zur Möblierung zählen auch die Tastatur, die Maus und der Bildschirm. In technischer Hinsicht entsteht hier viel Neues. Man denke etwa an Produktentwicklungen wie Meetingwände mit interaktiven Projektionsflächen. Der Übergang von der digitalen Eingabe hin zur direkten Projektion lässt auf eine immer weiter fortschreitende und nahtlosere Verschmelzung von realer, haptischer Welt und digitaler Oberfläche hoffen. Mit digitalen Stiften bahnt sich diese Entwicklung bereits an.
Ganz und gar nicht digital, aber ebenfalls im Trend liegt das Revival der Büropflanze. Zunehmend mehr Büros geraten fast zum Dschungel und sorgen so zum einen für eine, wenn auch geringe Verbesserung des Raumklimas, zum anderen bilden sie eine wohltuende optische Oase für gestresste Bildschirmaugen.
Als dritter wichtiger Faktor trägt die Ernährung zum gesunden Büro bei. Kannenweise Filterkaffee mit Kaffeesahne und gezuckerte Softdrinks begleiten oft den Büroalltag. Am Freitagabend werden diese Getränke durch viele Gläser Bier und Wein ersetzt – so zumindest das Klischee. Schlechte Essgewohnheiten tun ihr Übriges. Dabei kann sich die richtige Ernährung effizient und positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Wer mit einem ausgewogenen Frühstück im Magen ins Büro kommt, dort auf Zucker und Koffein weitestgehend verzichtet und mittags ein leichtes Essen zu sich nimmt, bleibt länger fit und frisch im Kopf.
Viele Menschen müssen dafür aber ihre Routinen ändern, was sehr schwierig sein kann. Eine attraktive Gestaltung der Teeküche, die schon immer ein sozialer Treffpunkt innerhalb des Büros war, kann das unterstützen. Die Küche eignet sich hervorragend als Kommunikationsraum und für Ad-Hoc-Meetings.
Hinzu kommen idealerweise weitere Nahrungsstationen innerhalb des Büros, die Obst, gesunde Snacks und Wasser in der Nähe der Arbeitsplätze bereithalten. Es bietet sich auch hier an, diese Orte als temporäre und informelle Treffpunkte zu verstehen, die wiederum Teil des Zonenkonzepts sind. Diese neuen Orte sollten gleich mehrere Funktionen erfüllen, um eine möglichst flexible Nutzung zu ermöglichen und die Akzeptanz zu fördern. Nach diesen drei „harten“, also physischen Faktoren, die zum gesunden Arbeiten beitragen, gilt es, sich die „weichen“, in diesem Fall psychischen Faktoren genau anzusehen. Es geht um Menschen und Denk weisen. Sie sind es, die uns „Stress“ machen und zu einer ganzen Palette an körperlichen Problemen führen können. Das betrifft in besonderer Weise die betriebs- beziehungsweise bürointerne Arbeits organisation. Arbeitszeiten, das Home- Office, Teamgrößen, Entscheidungstransparenz, Mitbestimmung, Arbeitsbelastung, Überoder Unterforderung und die eigene Arbeitsdisziplin – alles potentielle Stressverursacher.
Hier ergibt sich ein großes Potenzial für die Schulung von Mitarbeitern und Führungskräften hinsichtlich ihrer eigenen Arbeits- und Teamorganisation, aber auch mit Blick darauf, die Kommunikation der Beschäftigten zu fördern. Dabei sind die Transparenz von Entscheidungen und das Sicheingebundenfühlen von hoher Bedeutung für das Wohlbefinden im Team. Neben einer klaren direkten oder schriftlichen Kommunikation dienen auch Wandflächen für Projektpräsentationen und eine flexible Arbeitsplatzgestaltung dazu, dass sich Teams informell austauschen können.
Zusätzliche Stressfaktoren können zudem im Team selbst entstehen, nämlich dann, wenn die Chemie zwischen den Kolleginnen und Kollegen nicht stimmt. Oder zwischen Chef und Mitarbeitern. Der oft gehörte Satz „Man geht zu einer Firma und verlässt einen Manager“ spricht Bände. Untersuchungen zeigen, wie eine einzelne Person Stress am Arbeitsplatz auslösen kann. Daher verwundert es in vielen Fällen nicht, dass Manager mit ihren spezifischen Führungsqualitäten die entweder geringen oder hohen Krankenstände mitnehmen, wenn sie ein neues und anderes Team leiten.
Mit Coaching-Lehrgängen für das Führungspersonal und teambildenden Maßnahmen lässt sich hier gegensteuern, verbunden mit dem Anspruch, Hierarchiestrukturen zu überdenken, Fehler zuzulassen und Anerkennung auszudrücken. Das gilt für Vorgesetzte ebenso wie für Teams. Der Verbesserung des Büroklimas dient auch das lockere Beisammensein am Freitagnachmittag, ein Teamabendessen oder ein Büroausflug. Dadurch können sich die Kollegen auf persönlicher Ebene besser kennenlernen, was wiederum dazu beiträgt, Konflikte zu verringern. Und die fast schon klischeehafte Tischtennisplatte im Bürogebäude hilft somit nicht nur, den Mausarm zu verhindern, sondern bringt Menschen spielerisch zusammen.
Auch wenn alle genannten Aspekte berücksichtigt werden und durch entsprechende Maßnahmen eine gute Arbeitsatmosphäre entsteht, bleibt ein wichtiger Faktor, ohne den alles hinfällig wird: die Liebe zur Arbeit, der eigentlichen Aufgabe – der Berufung eben. Werden die weichen Faktoren nicht ernst genommen und fehlt dazu noch der eigene Antrieb, kommt es schnell zur inneren Kündigung.
Das muss aber nicht so sein. Durch Fortbildungen lassen sich Mitarbeiter motivieren. Werden ihre individuellen beruflichen Ziele gefördert, können festgefahrene Situationen aufgebrochen und neue Perspektiven entwickelt werden. Wenn die Arbeit wieder Spaß macht und erfüllt, nehmen die betroffenen Mitarbeiter Mängel als weniger belastend wahr und sie empfinden Stress womöglich als positiv. Zwischenmenschliches wird kollegialer und weniger ernst und verbissen angegangen. Das zeigt sich dann darin, dass im Büro gelächelt oder sogar gelacht wird. Der gesundheitliche Wert einer fröhlichen und damit entspannteren Arbeitsatmosphäre ist daher einfach nicht zu unterschätzen.
The good, the Bad + the Healthy
We’re all familiar with work-related sayings like "The impossible gets done at once, but miracles take a little longer!" There are countless other examples. Some say their boss has it in for them, or complain about their workload and the tasks they are given, others whinge about their colleagues.
At the heart of all of this is the stress which comes from being under or over-challenged at work, from hierarchical structures, from how work is organised, and how teams work with or against each other. If this stress is perceived as negative, it can make you ill. This in turn leads to burnout and depression.
However, stress is not the only factor that can make us sick at work. This emerged during the course of our preliminary considerations for the design of the special exhibition "The Healthy Office", at the Paperworld trade fair. We first asked ourselves what actually makes us sick. After extensive research, we identified areas that could either contribute to a healthy or a poor office climate. In addition, these six areas: "office space", "furniture", "nutrition", "work methods", "colleagues and tasks" and the "work per se", can be characterised as "soft" or "hard".
Soft factors include work methods, colleagues, employee and hierarchical structures as well as the actual tasks one is responsible for. The hard factors include the office space itself and how it is furnished in both the narrow and broad sense, as well as the nutritional options available for employees. An appreciation of these hard and soft factors, and the six areas outlined above, can lead to the design of new office landscapes or the targeted improvement of existing ones.
On the subject of office space, for example, the aspects essential for establishing a good working environment are room acoustics, air quality, lighting and/or natural lighting as well as the use of plants. The clever division of space to deal with the work which requires either concentration or communication is also essential.
What began in the office landscapes planned by the Quickborner team in the 1960s and continues in today's open-plan or cubicle offices requires thorough planning. Today, it is a matter of skilfully merging the advantages of individual and open-plan offices. The goal is to create individual zones instead of one large space. By creating a range of workplaces of differing qualities such as informal meeting areas, acoustically-protected telephone cells, meeting lounges, reading zones and team kitchens, employees can select the workplace most suited to their current task. Ideally, they would change their workplace several times a day.
This would mean the employee avoids permanently sitting at the same place. Although pure standing workplaces also have drawbacks, they do make it easier to get up and approach colleagues to discuss something or go to another office area. This is not done so readily from a seated workplace. That’s why it is important to create as many inducements as possible to ensure sitting doesn’t become too convenient an option.
This leads us to the second area, office furnishing. Ergonomic design is a factor which almost all major office furniture manufacturers incorporate into their products. That is borne out by the fact that many of them produce seating which either positions the body correctly or incorporates specific instability into seats to force the user to sit actively. Since the advantages of working standing up have been accepted, the choice of tables ranging from simple, mechanically-adjustable models to electrically-controllable models that can store individual height profiles has increased. In addition to classical office furniture, alternative seating and standing opportunities are increasingly being introduced to modern offices. This development supports the concept of zoning, which is based on the premise that furnishings in the office should be sufficiently varied.
In the broadest sense, the keyboard, mouse and screen are also part of the office furnishing. A lot of technical advancements have been made here. One example is the use of meeting room walls with interactive projection surfaces. The coupling of digital input with direct projection is leading to a more progressive and seamless fusion of the real, haptic world and the digital interface. The use of digital pens shows that this development is already underway.
Far removed from the digital world, the office plant is also undergoing something of a revival. An increasing number of offices are taking on jungle-like qualities, thus improving the room climate, albeit slightly, and creating a soothing optical oasis for stressed screen eyes.
Diet is a third important factor which contributes to the healthy office. Endless cups of coffee with cream and sweetened soft drinks often accompany the office workday. In a clichéd world, these coffees are then replaced by wine and beer on Friday evenings. Poor eating habits also play a role. The right diet can have an effective and positive effect on your wellbeing. Those who arrive at the office after a balanced breakfast, largely forgo coffee and sugar, and eat a light lunch remain fitter and more alert for longer.
To do this, however, people have to change their routines, which can be very difficult. Transforming the office kitchen, which was always a place for socialising, can support this change. The kitchen is a perfect space for communicating and for ad-hoc meetings.
In addition, office food stations offering fruit, healthy snacks and water, should ideally be close to workplaces. These stations should also be seen as temporary and informal meeting points, which in turn are part of the zone concept. They should fulfil several functions simultaneously to make their usage as flexible as possible and increase acceptance. In addition to the three "hard" - in the sense of physical – factors, which contribute to healthy work, it is necessary to look carefully at the "soft" - in this case, psychological – factors, i.e. those involving people and mindset. These are the things that "stress" us, and can lead to a whole range of physical problems. This applies particularly to how the company or the office is organised. Working hours, the home office, team size, decision transparency, employee participation, workload, being overworked or underworked, and personal work discipline – these are all potential stress factors.
This results in a broad scope for training staff and managers with a view to improving their own work and team organisation, but also with a view to promoting communication among the employees. Transparent decision-making and the feeling of being involved are of great importance for the well-being of the team. In addition to clear direct or written communication, the use of wall surfaces for project presentations and flexible workplace design also enables teams to communicate informally.
Additional stress factors can also emerge in the team itself if the chemistry between colleagues or between boss and co-workers is not right. The popular saying that "people leave managers, not companies" speaks volumes. Studies show how one single person can trigger stress in the workplace. It is therefore not surprising that, in many cases, managers with particular leadership qualities who have either low or high staff sickness rates in one job will have the same rates when they lead a new and different team.
Team-building measures and coaching courses for managers help prevent this. They should be combined with a rethink of hierarchical structures. It is also important to allow people to make mistakes and learn to express appreciation. This applies to both superiors and team members. A casual get-together on Friday afternoons also improves the climate, as does a team dinner or an office trip. This allows colleagues to get to know each other better on a personal level, which in turn helps to reduce conflict. The office ping-pong table, almost a cliché now, not only helps prevent mouse arm, but also brings people together in a relaxed fashion.
Even if all of these aspects are taken into consideration and appropriate steps are taken to create a good working atmosphere, they become irrelevant if one important factor is absent: a love for work, the actual task, the calling, as it were. If the soft factors are not taken seriously and personal drive is missing, inner resignation soon follows.
But it doesn’t have to be like this. Employees can be motivated through training. If their individual career goals are supported, it is easy to dismantle negative work practices and develop new perspectives. When work is fun again, shortcomings are perceived as less of a burden, and stress may even be considered a positive thing. Interpersonal relationships are approached in a more collegial and less serious and dogged manner. This is noticeable when people smile or even laugh in the office. The health value of a happy and relaxed working atmosphere should not, therefore, be underestimated.

1 Teilen und trennen
Für seine Ausstellung “Nationalgalerie” unterteilte der Künstler Thomas Demand den riesigen Glaskasten der Neuen Nationalgalerie in Berlin mit schweren dunklen Samtvorhängen und schaffte in diesem sonst so in die Stadt hineinwirkenden, luftigen Raum eine Intimität und Geborgenheit, die jeder seiner gezeigten Fotoarbeiten eine Aura und Andacht verliehen, wie sie in der Ausstellungshalle kaum vorstellbar war. Der Architekt Arno Brandlhuber verwendete ebenfalls Vorhänge, um die großflächigen Räume seiner “Antivilla” nach Jahreszeit und Witterung in kleinere Klimazonen unterteilen zu können. Durch die Vorhänge konnte zwar in beiden Fällen keine akustische Barriere, geschweige denn ein echter Wandersatz geschaffen werden, aber die Vorhänge wirken in beiden Fällen als visuelle und damit auch als mentale Barrieren, die Zonen der Privatheit in Räumen zu großer Öffentlichkeit schaffen. Moderne Büros sind in ihrer Transparenz, ihren Großräumen und Glasfassaden heute Orte, die Momente der Privatheit kaum erlauben. Aber auch hier, im Großraumbüro, sind Vorhänge einen Versuch wert. Wenigstens temporär können so durch wenige Handgriffe luftige Meetingräume geschaffen werden, für Phasen der Konzentration kann man sich in ein für kurze Zeit eingerichtetes Einzelbüro zurückziehen und doch sitzt man nicht abgeschottet von den Kollegen. Best of both worlds. Vorhänge sei Dank.
2 Ruhe bitte!
In den Flugzeugen und Bahnen sind in den letzten Jahren vermehrt Geschäftsleute zu beobachten, die große Kopfhörer tragen, wie man es eher von Hiphop hörenden Jugendlichen kennt. Witzig sehen die Geschäftsreisenden aus, wie sie da in ihren Anzügen angestrengt in ihre Computer starren – noch witziger, wenn man sich vorstellt, dass ihnen dabei lauter Gangsterrap in die Gehörgänge bellt. Aber eigentlich sind diese überdimensionierten Mickey-Mouse-Ohren eher vergleichbar mit dem neongelben Hörschutz, den der Bauarbeiter beim Bedienen des Presslufthammers aufsetzt: Denn die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei den Reisebegleitern um Noise-Cancelling Headphones handelt, ist ziemlich hoch. Diese Kopfhörer sind mit Mikrofonen an den Außenseiten versehen, die den Geräuschpegel der Umgebung messen und das gemessene Schallsignal in den Kopfhörer geben – nur eben mit entgegengesetzter Phasenlage, so dass sich die beiden Geräusche (Lärm draußen/Gegensignal drinnen) aufheben. So entsteht in dem Kopfhörer Stille, die man mit Musik füllen kann, aber nicht muss. Wer sich einmal an das Reisen mit diesen Kopfhörern gewöhnt hat, dem wird es schwer fallen jemals wieder ohne sie ein Flugzeug oder eine Bahn zu besteigen. Denn gerade die tieferen Frequenzen, die Flugzeugmotoren und Bahnschienen verursachen, verschwinden fast vollständig. Leider ist die Wirkung im Büroalltag weniger spektakulär: Die Geräusche der Kollegen werden zwar gedämpft, aber die höherfrequenten Schallwellen kann heutige Noise-CancellingTechnologie noch nicht in völlige Stille verwandeln. Im Büro gilt also statt new tech weiterhin old school: Einfach Hiphop laut aufdrehen.
3 LUXus
Sobald der Sommer vorbei ist und wir wieder erst an unseren Zeitmessern und dann an unserer inneren Uhr drehen müssen, wird uns unser eigener Biorhythmus wieder schmerzhaft bewusst: Das Aufstehen wird zur Qual, Körper und Umwelt sind nicht mehr aufeinander abgestimmt. Wie bei einem Mini-Jetlag schaffen es die meisten von uns aber relativ schnell sich jedes Jahr aufs Neue anzupassen. Es gibt Ausnahmefälle, die ihren Alltag ganz nach ihrem zeitversetzten circadianen Rhythmus organisieren – länger Schlafen heißt hier nicht gleich weniger Arbeiten, sondern freiwillige Nachtschichten zu schieben, ohne müde zu werden. Für den normalen Menschen ist aber der Tagesablauf und mit ihm die Tageslichttemperatur mit körperlichen Reaktionen gekoppelt. So wird morgens die Melatoninausschüttung gestoppt, es erhöht sich die Wachsamkeit im Laufe des Vormittags und man erreicht die beste kardiovaskuläre Effizienz am späten Nachmittag. Dieser Rhythmus wird zunehmend von immer gleichbleibenden Bildschirmlicht durcheinandergebracht und führt zu körperlichen Problemen. Abhilfe schaffen können inzwischen intelligente Leuchten oder Apps für Computer und Mobiltelefone – oder eben die fast leere Batterie unserer Endgeräte, die dann zumindest unsere Bildschirme ausnahmsweise einmal vor uns einschlafen lässt.
4 Biotopia
Nachdem die Großstädter jede verfügbare Freifläche in Hochbeete verwandelt haben und die Wochenenden in ihren Gehöften im Umland verbringen, um dort ihrer neu gewonnenen Landlust zu frönen, kultivieren sie nun ihren grünen Daumen auch in ihren Büros: Treibt man sich ein wenig auf Lifestyleblogs, bei Instagram und Pinterest herum, ist zu beobachten, dass sich die Arbeitsumgebung der hippen Stadtbewohner zunehmend in botanische Gärten verwandelt. Reichte es den Agenturen, Kreativbüros und Beraterfirmen früher noch aus, auf ihren Sideboards, Schreibtischen und Küchentheken strategisch clever ein paar kleine Pflänzlein und Kakteen zu drapieren, kommt heute keine angesagte Firma oder Lifestyleshop ohne mindestens eine vollbegrünte Wand und einen kleinen kultivierten Dschungel aus Farnen, Gummibäumen und Zwergpalmen aus. Es ist zwar fraglich, ob diejenigen, die in diesen stylischen Büros arbeiten, denn auch wirklich die langfristige Pflege der Pflanzen mit gleicher Hingabe betreiben, wie das Posten ihrer grünen Büromitbewohner in den sozialen Medien, doch: Das Raumklima erlebt jenseits der ästhetischen Komponente definitiv ein gesundheitlich relevantes Update.
5 Weitblick
Wenn wir unsere vielen Fenster auf unseren Bildschirmen schließen, eröffnet sich bei so manchem Computer ein Blick in die Ferne: Bei Microsoft war es bis vor kurzem noch eine sanfte Hügellandschaft, beim Mac bestaunen wir die Gipfel des Lone Pine Peak Mountain. Während die Bildschirmfenster auch als sprichwörtliches Fenster in die digitale Welt verstanden werden können, ersetzten die vorinstallierten Hintergrundbilder einmal mehr den echten Ausblick aus dem Bürofenster. Vielleicht weil dort sowieso nur eine triste, graue Stadtkulisse auf uns wartet. Die Wahl von Naturbildern als Ort, an dem sich unsere Augen ausruhen und durch Wechsel von Nah- auf Fernsicht erholen können, kommt nicht von ungefähr. Seinen Blick und seine Gedanken während einer Zugfahrt oder einem Flug aus dem Fenster schweifen zu lassen, ist eine Form von Konzentration, die genauso beim Blick aus dem Bürofenster erfolgen kann. Forscher von der Universität Melbourne wollen nachgewiesen haben, dass allein schon ein kurzer Blick von 40 Sekunden auf eine natürliche Umgebung ausreicht, um dem Gehirn wieder auf die Sprünge zu helfen. Wichtig für den regenerativen Wert des Ausblicks ist dabei allerdings der Blick ins Grüne und nicht in die Betonwüste.
6 Büro-Rodeo
Bürostühle sind wahrlich keine Schönheiten. Machen Sie einmal den Test und stellen Sie einen Bürostuhl in Ihr Wohnzimmer. Egal wie teuer und aufwändig gestaltet – es gibt kein Möbel der Bürowelt, das so unpassend in jedem anderen Umfeld aussieht, wie dieser ergonomisch geformte Stoffüberzug auf Rollen. Aber der Bürostuhl kann Quell ungeahnter Freuden werden, wenn er in seinem natürlichen Habitat für kollegiale Spiele zur Überbrückung langer Arbeitsalltage als Aktivator in ein Spielzeug ungeahnter Vielfalt verwandelt wird. Nützliches Utensil für die Durchquerung des gesamten Büros ohne den Boden zu berühren, bestens für Rennen durch Büroflure geeignet und ideal für diejenigen, die an ihre Jugendzeiten in Oxford oder Cambridge anknüpfend im Ruderboot (Vierer mit Steuermann) die Bürolandschaft durchfahren wollen.
7 Auf steht`s
Der moderne Büroarbeiter steht heute. Oder besser: Hat dank eines höhenverstellbaren Tisches zumindest die Option im Stehen zu arbeiten. Und ja, es spricht einiges dafür nicht im Sitzen zu arbeiten, wie man in dem Buch “Sitzen ist das neue Rauchen” des Physiotherapeuten Dr. Kelly Starrett nachlesen kann: Man bewegt sich mehr, verlagert das Gewicht vom einen Bein auf’s andere, was wiederum der Wirbelsäule guttut, setzt sich leichter in Bewegung, unterbricht das starre Harren vor dem Bildschirm öfter für kleine Ausflüge in die Teeküche und Besuche bei Kollegen… in der Theorie. Denn in der gelebten Büropraxis unterscheiden sich diese übermotorisierten, höhenverstellbaren Tischmaschinen dann doch kaum von ihren unbeweglichen Vorgängern: Sie verbleiben trotz aller Bewegungsangebote auf Sitzhöhe – so wie ihr moderner Besitzer. “Das Stehen ist einfach keine ernstzunehmende Arbeitshaltung und viel zu anstrengend.” So oder so ähnlich denkt der moderne Büroarbeiter abends in der Bar – in der das Rauchen ja auch schon lange verboten ist – während er an der Theke lehnend seinem Rücken einen Moment der Entlastung vom ermüdenden Büroalltag gönnt.
8 Wisch und weg
Es hat die Erfinder des Computers viel Überzeugungsarbeit gekostet, bis wir es akzeptiert haben, in einen Monitor zu starren und die dort möglichen Aktivitäten mit Maus und Tastatur, zwei völlig widernatürlichen und unergonomischen Bewegungsabläufen, zu steuern. Wie war das möglich? Durch Übertragung von Alltagslogiken in sogenannte Human Maschine Interaktion. Ohne die Analogie zum Postverschicken und Wellenreiten hätten wir uns schon vor langer Zeit von den Bedienelementen enttäuscht abgewendet, aber so akzeptierten wir diese neue Art der Welterschließung. Aber bis heute ist uns die Trinität aus Bildschirm, Maus und Tastatur fremd geblieben. Mit Hochdruck wird im Silicon Valley an seiner Abschaffung gearbeitet. Wir können es kaum erwarten, endlich mit natürlichen Gesten das zu steuern, was für uns heute die Welt bedeutet. Doch bleibt dabei die Frage: Was ist denn heute noch natürlich? Wenn wir ein Kleinkind beim verzweifelten Versuch beobachten das Programm eines Fernsehers per swipe oder touch zu wechseln, können wir uns da gar nicht so sicher sein...
9 Ein Apfel am Tag...
Blaubeeren, Grünkohl, Qinoa, Goji-Beeren, Kakao, Chia-Samen – allesamt sind uns auch als ‘Superfoods’ bekannt. Ohne Frage sind diese Nahrungsmittel gesund, aber eben nicht unbedingt gleich um so vieles besser, wie es der Begriff suggerieren möchte. Hier handelt es sich nämlich um den Versuch der Nahrungsmittelindustrie die Health Claims Verordnung der EU zu umgehen, die haltlose Gesundheitsversprechen verbietet. Der Begriff “Super” impliziert nämlich eine generelle Überlegenheit ohne konkrete Aussage dazu, in welcher Weise diese zustande kommt. Kein Wunder also, dass beim Vergleich mit diesen sogenannten Superfrüchtchen der gute alte Apfel im Regal liegen bleibt - und das, obwohl er Pectin, das Blutdruck und Glukosespiegel senkend wirkt oder Boron, das für Knochen und Gehirn gut ist, enthält. Gleichzeitig reinigt er beim Essen die Zähne und tötet Mundbakterien. Zudem enthält ein Apfel wenig Kalorien und Sodium, ist dafür aber reich an Ballaststoffen und Vitamin C und hält seine Nährstoffe sehr lange - bis zu 200 Tage. Der Apfel gehört also auf jeden Fall in die Obstschale Ihres Büros – natürlich neben anderen Früchten, denn vor allem kommt es auf die Ausgewogenheit der Ernährung an.
10 Wasserstoff-Tankstelle
Dieses eigentümliche Gluckern, das von irgendwo aus der Ferne des Büroflurs herüberspült, ist fast vollkommen verschwunden. Und mit diesem Gluckern auch sein Urheber – der Wasserspender. Die wasserköpfige Apparatur wurde im herkömmlichen Büroalltag weniger für die (teilweise zweifelhafte) Qualität ihres Produkts, als denn für ihre soziale Komponente geschätzt – so sehr sogar, dass sich der informelle Austausch zwischen Kollegen am Wasserspender als sogenannter “water cooler talk” auch im alltäglichen Bürosprachgebrauch etablierte. Doch dann brach die Zeit der Markenwasser an und die Kühlschränke der modernen Büros füllten sich mit Wasserflaschen: “Evian”, später dann “Fiji” oder “Voss” und unzählige andere Marken trieben die Preise in ungeahnte Höhen und etablierten das Wassertrinken als Lifestyleentscheidung. Inzwischen hat sich der Hype um das Wasser wieder etwas gelegt und auch in den coolsten Offices finden sich wieder ganz bodenständige Brita-Wasserfiltersysteme, die das Leitungswasser ein wenig von Kalk befreien, sonst aber auf jede Aufregung verzichten. Doch der nächste Trend steht schon wieder vor der Bürotür: Die in Berlin ansässige Firma Leogant hat sich der Aufgabe verschrieben, durch ausgeklügelte Filterungsprozesse herkömmliches Leitungswasser in erquickendes Quellwasser zu verwandeln, denn - wie die Firma auf ihrer Website schreibt – “sauberes Wasser ist noch lange kein gesundes Wasser”. Stellen Sie sich also schonmal darauf ein, dass Sie sich in näherer Zukunft mit ihren Kollegen um’s Waschbecken in der Küche versammeln, um bei frischem Quellwasser den “Water Cooler Talk 2.0” zu führen.
11 Kleiner Hunger
Der Snack ist eine ebenso gefährliche wie beliebte Zwischenmahlzeit. Gefährlich, weil der Snack suggeriert im Vorbeigehen, ohne Zeitaufwand genossen werden zu können und genau deshalb so beliebt ist – besonders im stressigen Büroalltag, wo auf die Mittagspause am ehesten verzichtet werden kann, wenn die Luft brennt. Die Geschichte des Snacks ist die Erfolgsgeschichte eines Underdogs: Die ersten “Snacks” – Erdnüsse, Knabberbrezeln, Popcorn – wurden in den USA im späten 19. Jahrhundert aufgrund ihrer unhygienischen Herstellungs- und Verkaufsweise auf den Straßen vom Bürgertum gemieden und waren als “Unterklassenfraß” verpönt. Doch spätestens in den Wirtschaftswunderjahren der 1950er konnten sich auch die Bürgerlichen der Attraktion der Zwischenmahlzeiten nicht mehr entziehen und belohnten sich für jede Stunde vor dem Fernseher mit Popcorn, Chips und allerlei anderen Leckereien. Und auch die Arbeitswelt hat schon lange reagiert: Von der Snackbox bis zur Obstschale wird in vielen Büros der nachmittägliche Impuls zur Zwischenmahlzeit mit kleinen Angeboten kompensiert. Und dabei gilt bis heute: Je zuckriger und ungesünder, desto beliebter, denn auch wenn gesunde Snacks wie Nüsse und Früchte eine langanhaltendere Konzentrationssteigerung bewirken, ist es doch eher der Schokoriegel, der den Nachmittag versüßt.
11 Machen oder machen lassen?
Wie schön war das damals, als man noch mit einem frisch gespitzten Bleistift der Härte HB nach getaner Arbeit den entsprechenden Punkt auf seiner handgeschriebenen Aufgabenliste durchstreichen konnte. Das erledigte Werk blieb so auch im durchgestrichenen Zustand noch als Zeuge der vollbrachten Leistung sichtbar und konnte so Genugtuung erzeugen – long gone! In Zeiten der digitalen To-Do-Listen, die uns in unglaublicher Vielfalt in App-Stores zur Verfügung stehen, verschwinden erledigte Aufgaben auf Nimmerwiedersehen im Online-Nirvana. Und wenn ein Programmierer uns doch nicht um das Gefühl etwas geschafft zu haben bringen wollte und der Task daher durchgestrichen sichtbar bleibt, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er in eine von vielen parallel geführten To-Do-Listen unsichtbar wird. Oder er fristet dort sein Dasein zusammen mit Aufgaben, die wohl nie bearbeitet werden. Immer mehr und immer längere Listen, auch gerne synchronisiert und mit anderen geteilt, verfehlen immer häufiger ihren eigentlichen Zweck. Daher gibt es eigentlich nur das Zurück zur einfachen, handgeschriebenen Liste, gültig nur für einen Tag. Denn was man nicht schafft, liegt dann eben am nächsten Tag als Mahnung vor einem und verschwindet nicht unauffällig in den unzähligen digitalen (Never)-To-Do-Listen.
12 Erstmal tief durchatmen
“Moment! Erst einmal ganz tief durchatmen…” Wenn wir diese Worte hören, wissen wir genau: irgendetwas läuft ganz und gar nicht so wie es sollte. Der Situationsstress ist direkt spürbar und man möchte aufgrund der Spannung seinen Atem anhalten. Interessant sind hierbei weniger die Ursachen oder die möglichen Folgen, sondern der Ratschlag, über kontrolliertes Atmen wieder Herr bzw. Frau der Lage zu werden. Tief durchatmen steht nämlich im direkten Gegensatz zur schnellen flachen Atmung, wie man sie unter Stressbedingungen oder in Paniksituationen kennt. Das Prinzip der Ursache und Wirkung wird hier umgedreht. Nicht der Stress verursacht schnelles Atmen, sondern andersherum. Daher ist es auch möglich, gezielt über langsames und tiefes Ein- und Ausatmen dem Körperstress entgegenzuwirken. Beim Yoga ist daher auch die richtige Atemtechnik zentraler Bestandteil aller Übungen. Daher kann auch regelmäßiges Meditieren zu verbesserter Konzentration beitragen. Allerdings reicht bereits tiefes Durchatmen aus, um effizienter zu arbeiten und seine innere Ruhe zu behalten.
13 Däumchen drehen...
Unsere Gegenwart wird momentan von einer neuartigen Form des Zeitgebens vermessen: Dem Buffering-Icon. Damit gemeint ist dieses bunte Rad, das sich immer dann anfängt zu drehen, wenn vermeintliche Ladeprozesse die aktuelle Wiedergabe von digitalen Inhalten gerade verhindern. Das Ladesymbol soll uns entspannen, uns die Möglichkeit geben, uns kurz zurückzulehnen, einen Moment der Passivität zu erfahren, während unsere Aufmerksamkeit aber weiter bei dem kleinen drehenden Rad verweilt und nicht irgendwo anders hin abschweifen kann. Stattdessen ist das kleine Rädchen aber vom Bürohypnotiseur zum Panikmacher mutiert. Oh, no! Habe ich gespeichert? Geht’s überhaupt weiter? Steht der Zusammenbruch bevor? Der Absturz? Aber eigentlich sollten wir diese kleinen Momente wertschätzen, uns von der Gewissheit umspülen lassen, dass da Draußen im von uns völlig losgelösten Zeitenmeer, etwas passiert, was uns einen Moment des Durchatmens gönnt. Buffern ist Lebensqualität! Das nächste Mal, wenn wir warten müssen, sollten wir es als Angebot zur Kurzmeditaion begreifen und uns entspannt zurücklehnen. Einatmen, ausatmen, einatmen...
14 Scheitern bitte
Der Schriftsteller Samuel Beckett wird gern mit dem Aphorismus zitiert: “Ever tried. Ever failed. No matter. Try Again. Fail again. Fail better.” Dieses “Bessere Scheitern” könnte man heute auch als Credo der US-amerikanisch inspirierten Start-Up-Kultur bezeichnen, die sich inzwischen in den Großstädten der Welt in Inkubatoren zusammenfinden, um eine Idee nach der anderen auf der Suche nach dem “Unicorn” – der einen großen Idee wie Facebook, Instagram oder Snapchat – scheitern zu lassen. Inzwischen gibt es schon so viele gescheiterte Jungunternehmer, dass sich ein Unternehmen gegründet hat, das diesen nun wieder eine Plattform bietet: Das schnell wachsende Unternehmen “Fuck-up Nights” veranstaltet auf der ganzen Welt Abende, an denen von nichts anderem als dem eigenen Scheitern berichtet wird – unterhaltsam vorgetragen, von einem johlenden Publikum begleitet. Vielleicht wäre das eine neue Idee für das unternehmensinterne Teambuilding: Statt sich gegenseitig von Erfolgen zu berichten, lieber denjenigen auf die Schulter klopfen, die ihr eigenes Versagen am Eindrucksvollsten rüberbringen können. So kann man ganz nebenbei auch das “Besser-Scheitern” lernen.
15 Gut gemacht!
Viel wurde schon über die Eigenarten der sogenannten Millennials und insbesondere über ihre Vorstellung zum idealen Büro geschrieben: Mehr Sinnhaftigkeit im Tun sei nötig, eine gute Work-Life-Balance und natürlich eine flache Hierarchie – wenn überhaupt eine, dann nicht im tradierten Gewand. Aber ob flach oder nicht, wenn Führung als Tätigkeit und nicht allein als Rang begriffen wird, ist schon ein wichtiger fundamentaler Schritt getan, weg vom Hierarchiegedanken, der Rang und Führung direkt miteinander verbindet, und nur allzu oft Führungskompetenz vermissen lässt. Und gerade diese wird weiterhin und deutlich eingefordert. Flache Hierarchien sind zwar beliebt, aber eben auch, weil Chefs in diesen Strukturen besonders gut führen können müssen. Führen verlangt vollen Einsatz, Leidenschaft, Fokus und Kompetenz. Fehlt letztere, lässt sich dies heute eben nicht mehr so einfach hinter einem Titel verstecken. Mit gutem Beispiel vorangehen, sich dafür nicht zu schade zu sein, zu wissen, was zu tun ist und vor allem, was zu tun sein wird und dies erklären zu können ist es, was gute Führung ausmacht. Nur dadurch entsteht Respekt, ganz ohne Rang und Namen, Millennial hin oder her.
16 Hier sitz` ich!
Dichte, Gedrängtheit und Platzmangel belasten uns. Da haben wir eine angeborene Empfindlichkeit. Auch Tiere, die man auf engem Raum zusammenpfercht, leiden unter der Situation und zeigen eine erhöhte Anfälligkeit für verschiedenste Erkrankungen und eine höhere Sterblichkeit. In der Landwirtschaft und Tierzucht ist das bekannt. Auch wir Menschen zeichnen uns dadurch aus, dass wir es nicht allzu eng mögen. Im Durchschnitt gilt eine Armlänge als allgemeiner Wohlfühlabstand zwischen zwei Menschen. Je nach der Vertrautheit zu einem Mitmenschen und je nachdem, wie formal eine Kontaktsituation ist und auch je nach Kultur bevorzugen wir aber unterschiedliche Abstände. Was passiert, wenn sich zur kulturellen Akzeptanz noch die vorherrschenden Immobilienpreise auf die jeweilige Mitarbeiterdichte in Büros auswirken, kann man in Hong Konger Büroetagen hautnah erleben. Dort steigt die Belegschaftsdichte schonmal gerne auf das Doppelte bis Dreifache der in Europa akzeptierten Dichte. Aber ob im Büro in Hong Kong oder New York oder in einem populären Co-Workingspace in Berlin-Mitte, entscheidend ist am Ende, ob man ausreichend Ausweichmöglichkeiten angeboten bekommt, wie zum Beispiel Homeoffice oder einen Meeting-Raum und natürlich der gesittete Umgang mit seinen Kollegen. Rücksicht kann der größte Stresslinderer sein!
17 Mach mal halblang
Ein Leben ohne Stress kann es gar nicht geben. Auch wäre das nicht gut, denn evolutionsbiologische betrachtet, ist es eben der Stress, der uns anregt, uns antreibt Neues zu probieren, weiterzukommen. Das gilt auch für Stress im Beruf: Punktueller Stress, der kommt und geht, ist gut für unsere Produktivität und Kreativität. Schwierig wird es dann, wenn der Stress sich in die Routinen des Arbeitsalltags einschleicht und dauerhaft wird. Dann kommt es zu Stressfolgeerkrankungen, die auch physischer Natur sein können: Energiestoffwechsel, Immunsystem und Hormonhaushalt geraten durcheinander. Sind wir einmal in diesem Dauerstress gefangen, wird auch die Fahrt mit dem Auto oder der Bahn von der Arbeit nach Hause zum Stresserzeuger, die negativen Effekte potenzieren sich. Wie kommt man da wieder raus? Die so naheliegende wie einfache Lösung: Körperliche Bewegung. Wer regelmäßig joggen geht oder Fahrrad fährt, kann oft schon dadurch aus dem Dauerstress ausbrechen. Ganz nebenbei bekommt er eine Portion Glücksgefühl spendiert und das Gehirn bedankt sich für die Extraportion Sauerstoff mit Ideen, Erinnerungen an fast vergessene Termine oder der Wiederaufnahme von liegengebliebenen Gedankengängen.
18 Trimm Dich!
Als die Wohlstandsbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland in den 70er Jahren die Folgen des Wirtschaftswunders durch Übergewicht und Herzinfarkte regelrecht zu spüren bekam, wurde die Trimm-dich-Bewegung ins Leben gerufen. Trimmy, das Maskottchen der Bewegung, empfahl: Lauf mal wieder! Überall wurden Jogging-Pfade mit Bewegungsparcours aus der Taufe gehoben, um die Leute aus ihren Sofas in den Wald zu locken. Eine ähnliche Bewegung zeichnet sich zurzeit in der modernen Bürowelt ab. Büromöbelhersteller bieten ein immer breiteres Spektrum an ergonomischen Stühlen und Tischen an, um den still sitzenden Büromenschen zu mehr Bewegung zu veranlassen. Aber auch ohne den neusten Stuhl oder Stehtisch kann man seinem Körper etwas Gutes tun. Ähnlich den Anleitungen gegen Thrombose auf einem Langstreckenflug findet man viele Übungsbeispiele, die sich auf kleinstem Raum und in der Büroumgebung leicht ausführen lassen. Wie beim Joggen auf dem Trimm-Dich-Pfad ist es allerdings nötig, seinen inneren Schweinehund zu überlisten und die Bürogymnastik regelmäßig zu machen. Hierbei kann schon eine kleine App helfen – also keine Müdigkeit vorschützen!
19 Mitarbeiter des Monats
McDonalds macht es uns vor: Hier sehen wir den “Employee of the Month” direkt beim Bestellen unseres Happy Meals. Ob der so gewürdigte Mitarbeiter denn auch happy darüber ist, hat viel damit zu tun, wie ehrlich die Auszeichnung ist. War es nur eine Frage der Zeit bis er an die Reihe kam oder hat derjenige auch wirklich Ausgezeichnetes geleistet? Neben dem Jahresbonus und einer Gehaltserhöhung ist die Anerkennung im Büro eine Hauptantriebskraft für gute Leistungen. Jeder Mensch möchte geschätzt werden und dies geschieht im Job eben einmal durch die Arbeit. Fehlt hier die Wertschätzung, kann es zur Resignation und einer inneren Kündigung kommen, der SuperGAU für jeden Arbeitgeber. Dieses Grundbedürfnis macht dann aber auch nicht vor der Führungskraft halt – auch wenn die Medien loben, kann der ausbleibende Respekt von Berufskollegen trotz Berühmtheit und Reichtum zu Mangelerscheinungen führen. “Peer recognition” heißt das im Englischen und trifft ins Schwarze. Wahre Anerkennung für die Essenz seines Tuns, darum geht es den meisten Menschen. Trotzdem darf auch mal zwischen den großen Etappensiegen gelobt werden.
20 Träum weiter
Beruf oder Berufung? Was ist der Unterschied zwischen Beruf und Arbeit? Ganz einfach ausgedrückt ist unser Beruf das, was wir erlernt oder studiert haben. Die Arbeit selbst erweist sich dann aber bald ganz konkret als die Tätigkeit, für die man täglich im Büro bezahlt wird. Hier kann eine Übereinstimmung mit dem Beruf vorliegen, muss es aber nicht. Sehr oft ist es so, dass der Anteil an Tätigkeit, für die man brennt, auf nur zehn Prozent der Arbeit schrumpft und der Rest für Verwaltung und Abarbeiten von Routinen benötigt wird. Hier kann es schnell zum Boreout kommen: Als Boreout-Syndrom (von englisch boredom ‚Langeweile‘) bzw. Ausgelangweilt-Sein wird ein Zustand ausgesprochener Unterforderung im Arbeitsleben bezeichnet, der bislang eher in den Medien als im wissenschaftlichen Bereich unter dem Aspekt eines Krankheitsbildes diskutiert wird. Boreout wird als paralleles Gegenstück des Burnout-Syndroms charakterisiert, das selbst in den Burnout münden kann. Wichtig ist es, hierzu eine gesunde Einstellung zu entwickeln und das Nötige nicht als belastend zu empfinden, sondern als elementaren Teil eines gesamten Systems zu begreifen. Oft ist es auch eine Frage der Einstellung und des Offenbleibens für das Erlernen von neuen Fähigkeiten. Wer hier geistig flexibel bleibt, beugt damit effektiv einem Boreout vor.
[:en]1 Zone in / zone out
For his "Nationalgalerie" exhibition, artist Thomas Demand divided up the great glass hall of the new national gallery in Berlin with dark, heavy velvet curtains, thus creating an intimacy and a sense of security in this otherwise exposed urban space that lent each of his exhibited photographic works an aura and reverence that was hardly imaginable in the exhibition hall. The architect Arno Brandlhuber also used curtains to divide the large areas of his "Antivilla" into smaller climate zones according to season and weather. Although the curtains weren't able to create an acoustic barrier in either case, let alone a wall-like structure, they function in both cases as visual and therefore also mental barriers, which create zones of privacy in highly public spaces. Modern offices, with their transparency, their spacious rooms and glass façades, are places that today hardly allow any moments of privacy. But here, as in open-plan offices too, it is worth experimenting with curtains. For a short time at least, it is possible to create airy meeting rooms with just a few simple steps. When you need to concentrate, you can briefly retreat into a temporary private office, yet still stay in touch with colleagues. The best of both worlds. Thanks to curtains.
2 Chill out
In recent years, there has been a marked increase of business people in planes and trains wearing large headphones, which were previously more common among teenagers listening to hip hop. These business travellers look comical, staring at their computers in their suits - and even more amusing if you imagine a gangsta rap track bellowing into their ears. But in truth, these oversized Mickey Mouse ears more resemble the neon yellow hearing protection that construction workers put on when operating a jackhammer: since the likelihood that their travelling companions are noise cancelling headphones is pretty high. These headsets have microphones on the outside, which pick up the ambient noise level and transmit the measured sound signal to the headphones - but with a wave that is exactly the opposite phasing of the ambient sound, thus cancelling out both noises (noise outside / counter-signal inside). This creates silence in the phones, which can be filled with music but doesn't have to be. Anyone used to travelling with such headphones finds it hard to enter an aircraft or a train without them again. Because it is particularly the lower frequencies generated by airplane motors and railway tracks that disappear almost completely. Unfortunately, their impact in everyday office life is less spectacular: Noise emanating from colleagues is certainly muffled, but current noise cancelling technology is not able to transform higher-frequency sound waves into complete silence. So in the office, rather than new tech, the old-school solution still applies: Simply turn up the hip hop really loud.
3 LUXury
As soon as summer ends and we have to turn back first our timepieces, and then our inner clock, we become painfully aware of our own biorhythm again: Getting up is a torture, our body and the environment are no longer in tune with each other. Like with minor jetlag, most of us manage to adapt relatively quickly every year. There are some exceptions, though. People who organise their everyday life completely in accordance with their time-displaced circadian rhythm - sleeping longer doesn't mean working less in this case, but working night shifts voluntarily without getting tired. For the normal person, however, the daily routine, and with it the daylight temperature, is coupled with physical reactions. Correspondingly, melatonin secretion stops in the morning, alertness increases in the course of the morning, and the best cardiovascular efficiency is reached late in the afternoon. This rhythm is increasingly disturbed by ever-constant screen light, which leads to physical problems. Help is at hand meanwhile with smart lighting fixtures or apps for computers and mobile phones - or at least with our device's dead battery, which for once mean our screen falls asleep before we do.
4 Biotopia
Now that the city slickers have turned every inch of free space into elevated flower beds and spend the weekends on their farm estates in the surrounding countryside indulging their newly discovered "land lust", they are now cultivating their green fingers in their offices as well: If you surf a bit on lifestyle blogs, Instagram and Pinterest, you'll see that hip urbanites are increasingly transforming their working environments into botanical gardens. While it was sufficient in the past for agencies, creative firms and consultancies to place a few strategically placed indoor plants and cactuses on their sideboards, desks and kitchen counters, these days no trendy company or lifestyle shop can get by without at least a fully-fledged green wall and a mini cultivated jungle of ferns, rubber plants and dwarf palms. It might be questionable if the workers in these stylish offices are as dedicated to the long-term care of the plants as they are to posting their green co-workers on social media, but: As well as the aesthetic component, the indoor climate certainly undergoes a health-relevant update.
5 New perspectives
When we close the numerous windows on our screens, some computers reveal a distant view: Until recently on a Microsoft PC, it was a gently sloping hilly landscape, on a Mac, we can marvel at the ridges of the Lone Pine Peak. While the windows on the screen can also be understood as a proverbial window into the digital world, the preinstalled background images once again took the place of the real view from the office window. Maybe because only a dreary, grey urban backdrop awaits us there. The choice of natural images as a place for our eyes to rest and recover by switching from near to distant vision is no coincidence. Letting your eyes and thoughts wander while looking out the window of a train or plane is a form of concentration that works just as well when looking out the office window. Researchers from the University of Melbourne claim to have proven that just looking at a natural environment for 40 seconds is enough to jump-start the brain again. However, for the regenerative value of the view to be effective, it must be into the greenery and not a concrete jungle.
6 Office Rodeo
Office chairs are really not renowned for their good looks. See for yourself and put an office chair in your living room. No matter how expensive and elaborately designed it may be, there is no item of furniture in the office world that looks so out of place in any other setting as this ergonomically shaped fabric cover on wheels. But the office chair can become a source of endless fun in its natural habitat when it is transformed into a highly diverse toy for games with colleagues that help to shorten a long working day. It is, for example, an excellent means of crossing the entire office floor without putting a foot on the ground, ideally suited for racing through corridors, and perfect for those wishing to relive their youth in Oxford or Cambridge by traversing the office landscape in a rowing boat (four-man boat with helmsman).
7 Get up, stand up
Today's office employee stands while working. Or rather: Thanks to a height-adjustable desk, he or she at least has the option to work standing up. And yes, there is a lot to be said for not working in a sitting position, as you can read in the book "Sitting is the new smoking" by physiotherapist Dr Kelly Starrett: You move more, shift your weight from one leg to the other which in turn benefits the spine, are more likely to walk about, and it encourages you to interrupt long spells of immobility staring at the monitor more often to grab a coffee or visit your colleagues... in theory. Because in actual office practice these over-motorized height-adjustable table machines are hardly distinguishable from their immovable predecessors: They remain at sitting height despite their mobile capabilities - just like their modern owners. "Standing is simply not a credible working posture and is much too strenuous." And that's pretty much what the modern office worker thinks in the bar in the evening - where smoking has also already been banned for some time - while leaning against the bar and taking a moment to relieve the back after a tiring day at the office.
8 Swipe and swoosh
It took a lot of convincing by the inventors of the computer before we accepted the concept of staring at a monitor and controlling the activities there with a mouse and keyboard - two completely unnatural and non-ergonomic motion sequences. How did they persuade us? By transferring everyday logic into so-called human-machine interaction. Without the analogies of sending letters and surfing, we would have long ago turned our back on the controls in disappointment, but with these mental images we accepted this new way of accessing the world. To this day, however, the trinity of screen, mouse and keyboard has remained alien to us. Silicon Valley is working flat out on its abolition. We can hardly wait to at last be able to control our world with natural gestures. But one question remains: What can we consider natural today? When we watch a toddler trying desperately to change the TV channel by swiping or touching the screen, who can say anymore...
9 An apple a day
Blueberries, green cabbage, quinoa, goji berries, cocoa, chia seeds - we know all of them as 'superfoods'. There is no doubt that these foods are healthy, but not necessarily as good as the name suggests. This is an attempt by the food industry to circumvent the EU health claims directive, which forbids making baseless promises about health benefits. The term "super", namely, implies a general superiority without making a concrete statement about how it comes about. So it is no surprise that, in a comparison with these so-called superfruits, the good old apple is left on the shelf - even though it contains pectin, which reduces blood pressure and glucose levels, or boron, which is good for bones and the brain. At the same time, it also cleans the teeth while being eaten and kills bacteria in the mouth. What's more, an apple contains few calories and sodium, is rich in fibre and vitamin C, and retains its nutrients for a very long time - up to 200 days. The apple should, therefore, definitely have a place in your office fruit bowl - along with other fruits, of course, because the most important thing is a well-balanced diet.
10 Filling station
That odd gurgling sound, washing across the office from somewhere in a distant corridor, has almost completely disappeared. And with it, its cause, too - the water dispenser. This fixture was not so much appreciated in the traditional office environment for the (sometimes dubious) quality of its product as for its social component - so much so that an informal exchange between colleagues at the dispenser became known as a "water cooler talk" in everyday office parlance. But then the age of branded water dawned and refrigerators in modern offices were stocked with water bottles: First "Evian", then "Fiji" or "Voss" and countless other brands drove up prices to unimagined heights and established water drinking as a lifestyle decision. In the meantime, the hype around water has died down a little again, and even in the coolest offices, down-to-earth Brita water filter systems, which remove some of the limestone in tap water but are otherwise completely lacking in excitement, are making a comeback. However, the next trend already has a foot in the (office) door: Leogant, a Berlin-based company, has dedicated itself to the task of transforming conventional tap water into refreshing spring water with ingenious filtering processes because, as they write on their website, "clean water is not healthy water by a long stretch". So get used to the thought that in the near future you and your colleagues will gather around the sink in the kitchen to partake in "Water Cooler Talk 2.0" with a glass of fresh spring water.
11 Snack attack
A snack is as dangerous a between-meals morsel as it is popular. Dangerous, because the snack suggests that it can be simply enjoyed without costing any time, which is just why it is so popular - especially in stressful everyday office life where the lunch break is the first thing to be sacrificed when all hell breaks loose. The history of snacks reads like the success story of an underdog: The first of their kind - peanuts, pretzel nibbles, popcorn - were frowned upon by the middle class in the US in the late 19th century because of their unhygienic production and street sale, and were considered "food for riffraff ". But by the economic miracle years of the 1950s at the latest, the middle classes could no longer escape the attraction of the in-between meals, and rewarded themselves for every hour spent watching TV with popcorn, crisps and all kinds of other treats. The working world also reacted long ago: From the snack box to the fruit bowl, the afternoon urge for an intermediate meal is satisfied in many offices with small offerings. And one thing is as valid today as ever: The more sugary and unhealthy, the more popular, because even though healthy snacks such as nuts and fruit provide a longer lasting increase in concentration, it is still the chocolate bar that sweetens the afternoon.
11 To do or not to do
How nice it was in the past when you took a freshly sharpened pencil, hardness grade HB, and crossed out the corresponding item from your handwritten task list once it had been completed. Even in its crossed-out state, the work remained visible as a witness of the accomplished task and was therefore a constant source of satisfaction - long after its completion! In an age of digital to-do lists, available in myriad varieties in app stores, completed tasks simply evaporate for eternity into an online nirvana. And even if the programmer decided not to rob us of the feeling of having achieved something and kept the crossed-out tasks in view, the probability of their disappearing in one of the numerous parallel to-do lists we maintain is still very high. Or it leads a lonely existence there together with other tasks that will likely never be completed. Ever more and ever longer lists - ideally synchronized and shared with others - are increasingly defeating the very purpose of their existence. Therefore, all that really remains is returning to the simple, handwritten list, valid for one day only. Because what you don't get done is still there to greet you the very next day as a reminder, instead of disappearing unobtrusively in the countless other digital (never-) to-do lists.
12 Take a deep breath!
"Stop! First take a deep breath..." Whenever we hear these words, we can be sure that something is not going at all as it should. The stress of the situation is directly tangible and the tenseness makes us want to hold our breath. The interesting part here is not so much the cause or the possible consequences, but the recommendation to control our breathing in order to once again become master - or mistress - of the situation. Because breathing deeply is the exact opposite of the rapid shallow breathing that we know in stress conditions or panic situations. The principle of cause and effect is reversed here. It isn't the stress causing the rapid breathing, but the other way around. That's also why it is possible to counteract the body's stress in a targeted way by inhaling and exhaling deeply. This is also why, with yoga, the right breathing technique is a central part of every exercise. And also why regular meditation can contribute to improved concentration. However, deep breathing in itself is already enough to work more efficiently and maintain your inner calm.
13 Buffering
Our contemporary life is being measured by a new form of timer: The buffering icon – the colourful wheel that always starts turning when alleged loading processes prevent playback of the current digital content. The loading icon is meant to relax us, give us the opportunity to lean back and experience a moment of passivity while our attention remains fixated on the small rotating wheel, unable to stray elsewhere. Instead, however, the little wheel has mutated from an office hypnotist to a scaremonger. Oh, no! Have I saved my work? Is it even progressing? Is a meltdown approaching? A system crash? But in truth we should be grateful for these little moments and allow ourselves to be swept away by the certainty that, somewhere out there fully isolated from us in the sea of time, something is happening that grants us a momentary breather. Buffering is life quality! The next time we are forced to wait, we should see it as an opportunity for a mini meditation and sit back and relax. Breathe in, breathe out, breathe in...
14 Fail better
Writer Samuel Beckett is often quoted with the aphorism: "Ever tried. Ever failed. No matter. Try Again. Fail again. Fail better." This "fail better" might also describe the credo of today's US-inspired start-up culture, which now sets up incubators in big cities all over the world to try out one idea after another in pursuit of the "unicorn" - the one big idea like Facebook, Instagram or Snapchat - and then to drop it. In the meantime, there are so many failed young entrepreneurs that a company has been founded to offer them a platform: The fast-growing "Fuck-up Nights" organizes evenings throughout the world where nothing but failures are presented - entertainingly and loudly accompanied by a whooping crowd. Maybe it would also be a good idea for a company's internal team-building measures. Instead of reporting on their successes to each other, reward those with a pat on the back that can present their own failure most impressively. Then they can also learn to "fail better" in passing.
15 Well done!
Much has already been written about the so-called Millennials' idiosyncrasies and, in particular, about their idea of the ideal office: More meaningful work is necessary, as is a good work-life balance and, of course, a flat hierarchy: If there has to be one at all, then certainly not the traditional model. But whether it's flat or not, if leadership is perceived as an activity and not just a rank, an important fundamental step has already been taken - away from hierarchical thinking, which directly connects rank and leadership and only too often lacks leadership skills. And it is precisely these that are still very much in demand. Flat hierarchies are popular precisely because these structures require excellent leaders. Leadership demands total commitment, passion, focus and skill. If the latter is missing, it isn't easy to hide the fact behind a title. Setting a good example, not considering certain tasks to be beneath one, knowing what to do and, above all, what will have to be done, as well as being able to explain all of this is what constitutes good leadership. This is the only way to gain respect, regardless of rank or title, millennial or not.
16 My desk is my castle
Density, crowdedness and lack of space stress us. We have an innate sensitivity in this respect. Animals that are packed together in a cramped space also suffer and show increased susceptibility to all kinds of illnesses as well as a higher mortality rate. This is well known in agriculture and livestock breeding. We humans are also characterised by our aversion to overly restrictive situations. In general, we feel happiest with an arm's length distance between us and our neighbour. Depending on our familiarity to a fellow human being, how formal the contact situation is, and also on our culture, we prefer different distances. The result of what happens when, in addition to the aspect of cultural acceptance, prevailing property prices affect the employee density in offices, can be experienced first-hand in offices in Hong Kong. Staff density there can be double or triple the accepted level in Europe. But no matter whether you are in an office in Hong Kong or New York, or in one of the newly popular co-working spaces in Berlin-Mitte, what counts at the end of the day are the possibilities you have to avoid too much proximity, like working from home, or in a meeting room and, of course, respectful relationships between colleagues. Mutual thoughtfulness can be the greatest reliever of stress!
17 Hang loose
A life without stress is not possible. It wouldn't be a good thing either, because it is stress that inspires us, impels us to try new things, and move forward. The same applies for stress at work: Intermittent stress that comes and goes is good for our productivity and creativity. It only becomes a problem when it creeps into our daily work routines and becomes a permanent fixture. Then it leads to stress-induced illnesses that can also be of a physical nature: Our energy metabolism, immune system and hormonal balance go haywire. Once we are caught up in this constant stress, even the car or train journey home from work can become a source of stress, the negative effects increase. How do we escape? The obvious but simple solution: With physical activity. If you jog or cycle regularly, you can often break out of the spiral of constant stress. At the same time it makes you happy, and the brain thanks you for the extra oxygen with ideas, memories of almost forgotten appointments, or the revival of unfinished trains of thought.
18 Sit and be fit
When the affluent population of the Federal Republic of Germany felt the full impact of the consequences of the economic miracle in the 1970s in the form of obesity and heart attacks, the "trimm-dich" (keep-fit) movement was launched. "Trimmy", the movement's mascot, advised slouchers to: Get moving again! Jogging trails with a variety of activities lining the path shot up like mushrooms to lure people off their sofas into the woods. A similar movement is currently looming in the modern office world. Office furniture manufacturers offer an ever-wider range of ergonomic chairs and tables to encourage increased movement among sedentary office workers. But you don't necessarily need the latest chair or standing desk to do something good for your body. Just like the instructions on how to avoid thrombosis on a long-distance flight, there are plenty of exercises that can easily be done in the smallest of spaces in any office environment. But just like jogging in the "trimm-dich" fitness tracks in the woods, you still have to overcome your "inner couch potato" and do the office exercises regularly. A simple app can also help in this respect - so no pleading tiredness as an excuse!
19 Employee of the month
McDonalds shows us how it's done: Here we see who is "Employee of the Month" directly when ordering our Happy Meals. Whether the commended employee is happy about it or not has a lot to do with how honest the award really is. Was it just a question of the time until it was his or her turn, or did he or she really do an excellent job? On top of the annual bonus and a pay rise, recognition at work is a major driving force for good performance. Everyone wants to be appreciated, and at work this depends on the quality of performance. If appreciation is lacking, disillusionment and inner resignation often follow, the worst-case scenario for any employer. This basic need doesn't stop short of management either - even if the media shower praise on managers, a lack of respect from professional colleagues can lead to signs of deficiency despite fame and wealth. This is known as "peer recognition", and really hits the mark. True appreciation for the essence of what one does, that's what most people seek. Nevertheless, a bit of praise between the major stage victories never harmed anyone.
20 Dream on!
Profession or vocation? What is the difference between a profession and work? Put simply, our profession is what we have learned or studied. The work itself, however, soon turns out to be the concrete daily activity in the office for which we are paid. This may match our profession, but it doesn't have to. It isn’t rare for the proportion of the work you are passionate about to sink to roughly a tenth, and for the rest of the time to be spent on admin and routine processes. This can soon lead to "boreout" syndrome: A state of being downright under-challenged at work, which so far has been discussed as a clinical disorder more in the media than in scientific circles. Boreout is characterized as the counterpart of burnout syndrome, which can lead to the burnout itself. It is important in this respect to develop a healthy attitude and not to perceive necessities as irksome, but as an elementary part of the whole system. It is also frequently a question of attitude and remaining open to learning new skills. Staying mentally flexible in such situations is an effective way to prevent boreout.
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Titel Das Gesunde Büro
Herausgeber Messe Frankfurt Exhibition GmbH
Paperworld, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main
Konzept André Schmidt, MATTER Büro für Architektur und Städtebau
Gestaltung Luciana Siggel
Redaktion/Text Ludwig Engel, André Schmidt
Interview Ludwig Engel, Interview mit Mazda Adli
Übersetzung Alan Connor
Druck Messe Frankfurt Medien und Service GmbH
Copyright Messe Frankfurt Exhibition GmbH 2018
[:en]Titel The Healthy Office
Publisher Messe Frankfurt Exhibition GmbH
Paperworld, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main
Concept André Schmidt, MATTER Büro für Architektur und Städtebau
Design Luciana Siggel
Editorial/Text Ludwig Engel, André Schmidt
Interview Ludwig Engel, Interview mit Mazda Adli
Translation Alan Connor
Print Messe Frankfurt Medien und Service GmbH
Copyright Messe Frankfurt Exhibition GmbH 2018
[:]Was ist ein gutes Büro? Und was dazu noch ein gesunder Arbeitsplatz? Manchmal hilft es, das Gegenteil zu untersuchen, um Antworten auf seine Fragen zu bekommen. Was also macht ein schlechtes Büro aus? Ist es der überbordende Schreibtisch, an dem man viel zu lange auf einem alten Bürostuhl bewegungslos sitzt? Ist es die schlechte Luft und die viel zu geringe Beleuchtung, die einen müde machen, trotz des vielen Kaffees? Sind es die telefonierenden Kollegen, wegen denen man dauernd die Konzentration verliert oder das Gefühl, das die Arbeit sinnlos ist und man deshalb schon innerlich gekündigt hat? Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die dazu führen, dass wir gestresst sind, uns der Kopf oder Rücken weh tut oder wir psychisch leiden. Auf die ein oder andere Art führt dies zum Rückgang unserer Produktivität und einem verminderten Wohlbefinden. Im schlimmsten Fall werden wir sogar krank.
Um dies zu vermeiden, zeigen wir hier die wichtigsten Aspekte auf und geben Gedankenanstöße zu Verbesserungen der eigenen Bürowelt.
[:en]What makes a good office? And what about a healthy workplace? Sometimes it helps to examine the opposite to find the answers to such questions. So what makes a bad office? Is it the overflowing desk, where you sit on an old office chair for far too long? Is it the bad air and the too low lighting that make you tired, despite gallons of coffee? Is it all your colleagues on the phone permanently causing you to lose concentration, or the feeling that the work is meaningless anyway, which is why you've already mentally resigned? There are a multitude of reasons that make us stressed, suffer psychologically, or cause head or back ache. One way or another, this leads to a decline in our productivity and a diminished sense of well-being. In the worst case, it even makes us ill. To prevent this happening, we present the most important aspects below, and provide food for thought on how to improve our personal office world.
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The Good, the Bad and the Healthy
Bürosprüchen wie „Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger!“ sind wir alle schon einmal begegnet. Es gibt unzählige Varianten davon. Manche haben den Chef auf dem Kieker, einige bemängeln das Arbeitspensum und die gestellten Aufgaben, andere nehmen sich die Kollegen vor.
Ihnen allen ist gemeinsam, dass es im Kern um Stressfaktoren geht, die sich aus Über- oder Unterforderung, aus Hierarchiestrukturen, der Arbeitsorganisation und dem Zusammen- oder Gegeneinanderarbeiten im Team ableiten lassen. Und Stress kann, wenn er als negativ empfunden wird, krankmachen. Das führt in der Konsequenz immer häufiger zu Burn-Out und Depressionen.
Stress gilt aber nicht als einziger Faktor, der uns im Büro krankmachen kann. Das kristallisierte sich bei unseren Vorüberlegungen für die Konzeption der Sonderschau Büro der Zukunft auf der Fachmesse Paperworld zum Thema „Das gesunde Büro“ heraus. Wir stellten uns zunächst die Frage, was uns eigentlich krankmacht. Nach eingehenden Recherchen identifizierten wir Bereiche, die entweder zu einem schlechten oder gesunden Büroklima beitragen können. Zusätzlich lassen sich diese sechs Bereiche „Büroraum“, „Möblierung“, „Ernährung“, „Arbeitsweise“, „Kollegen und „Aufgaben“ und die „Arbeit an sich“ einer „weichen“ oder „harten“ Kategorie zuordnen.
Zu den weichen Faktoren zählen die Arbeitsweise, die Kollegen, die Mitarbeiter- und Hierarchiestruktur sowie die eigentliche Aufgabe, für die man verantwortlich ist. Zu den harten Faktoren gehören der Büroraum selbst, seine Möblierung im engeren und weiteren Sinne sowie Ernährungsoptionen für die Mitarbeiter. Ausgehend vom Wissen um die harten und weichen Faktoren und die sechs Bereiche lassen sich bestehende Bürosituationen präziser verbessern oder neue Bürolandschaften entwerfen.
Beispiel Büroraum: Raumakustik, Luftqualität, Beleuchtung beziehungsweise natürliche Belichtung sowie Begrünung sind die wesentlichen Aspekte, die maßgeblich ein gutes Arbeitsumfeld bestimmen. Hinzu kommt eine geschickte Raumaufteilung, um auf die Bedürfnisse von konzentrierter oder kommunikativer Arbeit eingehen zu können.
Was in den vom Quickborner Team geplanten Bürolandschaften in den 60er-Jahren seinen Anfang nahm und sich bis hin zu heutigen Großraumbüros oder Zellenbüros fortsetzt, muss konsequent weitergedacht werden. Heute geht es darum, die Vorteile von Einzel- und Großraumbüros gekonnt zu verschmelzen. Einzelne Zonen anstelle eines großen Raums sind das Ziel. Mittels informeller Meetingbereiche, akustisch geschützter Telefonzellen, Besprechungslounges, Lesezonen und Teamküchen entstehen viele Arbeitsplätze unterschiedlicher Qualität, die die Mitarbeiter abhängig von der momentanen Aufgabe aufsuchen können. Im Idealfall wechseln sie mehrmals am Tag den Arbeitsplatz.
Dadurch soll das dauernde Sitzen an derselben Stelle vermieden werden. Zwar haben reine Steharbeitsplätze ebenfalls Nachteile, aber sie erleichtern es doch deutlich, mal aufzustehen, zu Kollegen zu gehen, um kurz etwas zu besprechen, oder in einen anderen Bürobereich zu laufen. Das fällt vom Sitzen aus schwerer. Umso wichtiger ist es, die Bequemlichkeit des Sitzens durch möglichst viele Anreize aufzubrechen.
Womit wir beim zweiten Bereich, der Möblierung angekommen wären. Fast alle großen Büromöbelhersteller haben das Thema Ergonomie verinnerlicht. Davon zeugen zahlreiche Sitzmöbel, die den Körper entweder in die richtige Haltung bringen oder den Benutzer durch gezielte Instabilität zum aktiven Sitzen anregen. Seit erkannt wurde, welche Vorteile das Arbeiten im Stehen bietet, vergrößert sich die Auswahl an Tischen, die von einfachen, mechanisch verstellbaren Modellen bis hin zu elektrisch steuerbaren Exemplaren reicht, die individuelle Höhenprofile speichern können. Neben diesen klassischen Büromöbeln halten immer häufiger alternative Sitz- und Stehgelegenheiten in moderne Büros Einzug. Diese Entwicklung unterstützen Zonenkonzepte, die darauf basieren, dass die Einrichtung der Bürowelt genügend Abwechslung bietet.
Im weitesten Sinne zur Möblierung zählen auch die Tastatur, die Maus und der Bildschirm. In technischer Hinsicht entsteht hier viel Neues. Man denke etwa an Produktentwicklungen wie Meetingwände mit interaktiven Projektionsflächen. Der Übergang von der digitalen Eingabe hin zur direkten Projektion lässt auf eine immer weiter fortschreitende und nahtlosere Verschmelzung von realer, haptischer Welt und digitaler Oberfläche hoffen. Mit digitalen Stiften bahnt sich diese Entwicklung bereits an.
Ganz und gar nicht digital, aber ebenfalls im Trend liegt das Revival der Büropflanze. Zunehmend mehr Büros geraten fast zum Dschungel und sorgen so zum einen für eine, wenn auch geringe Verbesserung des Raumklimas, zum anderen bilden sie eine wohltuende optische Oase für gestresste Bildschirmaugen.
Als dritter wichtiger Faktor trägt die Ernährung zum gesunden Büro bei. Kannenweise Filterkaffee mit Kaffeesahne und gezuckerte Softdrinks begleiten oft den Büroalltag. Am Freitagabend werden diese Getränke durch viele Gläser Bier und Wein ersetzt – so zumindest das Klischee. Schlechte Essgewohnheiten tun ihr Übriges. Dabei kann sich die richtige Ernährung effizient und positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Wer mit einem ausgewogenen Frühstück im Magen ins Büro kommt, dort auf Zucker und Koffein weitestgehend verzichtet und mittags ein leichtes Essen zu sich nimmt, bleibt länger fit und frisch im Kopf.
Viele Menschen müssen dafür aber ihre Routinen ändern, was sehr schwierig sein kann. Eine attraktive Gestaltung der Teeküche, die schon immer ein sozialer Treffpunkt innerhalb des Büros war, kann das unterstützen. Die Küche eignet sich hervorragend als Kommunikationsraum und für Ad-Hoc-Meetings.
Hinzu kommen idealerweise weitere Nahrungsstationen innerhalb des Büros, die Obst, gesunde Snacks und Wasser in der Nähe der Arbeitsplätze bereithalten. Es bietet sich auch hier an, diese Orte als temporäre und informelle Treffpunkte zu verstehen, die wiederum Teil des Zonenkonzepts sind. Diese neuen Orte sollten gleich mehrere Funktionen erfüllen, um eine möglichst flexible Nutzung zu ermöglichen und die Akzeptanz zu fördern. Nach diesen drei „harten“, also physischen Faktoren, die zum gesunden Arbeiten beitragen, gilt es, sich die „weichen“, in diesem Fall psychischen Faktoren genau anzusehen. Es geht um Menschen und Denk weisen. Sie sind es, die uns „Stress“ machen und zu einer ganzen Palette an körperlichen Problemen führen können. Das betrifft in besonderer Weise die betriebs- beziehungsweise bürointerne Arbeits organisation. Arbeitszeiten, das Home- Office, Teamgrößen, Entscheidungstransparenz, Mitbestimmung, Arbeitsbelastung, Überoder Unterforderung und die eigene Arbeitsdisziplin – alles potentielle Stressverursacher.
Hier ergibt sich ein großes Potenzial für die Schulung von Mitarbeitern und Führungskräften hinsichtlich ihrer eigenen Arbeits- und Teamorganisation, aber auch mit Blick darauf, die Kommunikation der Beschäftigten zu fördern. Dabei sind die Transparenz von Entscheidungen und das Sicheingebundenfühlen von hoher Bedeutung für das Wohlbefinden im Team. Neben einer klaren direkten oder schriftlichen Kommunikation dienen auch Wandflächen für Projektpräsentationen und eine flexible Arbeitsplatzgestaltung dazu, dass sich Teams informell austauschen können.
Zusätzliche Stressfaktoren können zudem im Team selbst entstehen, nämlich dann, wenn die Chemie zwischen den Kolleginnen und Kollegen nicht stimmt. Oder zwischen Chef und Mitarbeitern. Der oft gehörte Satz „Man geht zu einer Firma und verlässt einen Manager“ spricht Bände. Untersuchungen zeigen, wie eine einzelne Person Stress am Arbeitsplatz auslösen kann. Daher verwundert es in vielen Fällen nicht, dass Manager mit ihren spezifischen Führungsqualitäten die entweder geringen oder hohen Krankenstände mitnehmen, wenn sie ein neues und anderes Team leiten.
Mit Coaching-Lehrgängen für das Führungspersonal und teambildenden Maßnahmen lässt sich hier gegensteuern, verbunden mit dem Anspruch, Hierarchiestrukturen zu überdenken, Fehler zuzulassen und Anerkennung auszudrücken. Das gilt für Vorgesetzte ebenso wie für Teams. Der Verbesserung des Büroklimas dient auch das lockere Beisammensein am Freitagnachmittag, ein Teamabendessen oder ein Büroausflug. Dadurch können sich die Kollegen auf persönlicher Ebene besser kennenlernen, was wiederum dazu beiträgt, Konflikte zu verringern. Und die fast schon klischeehafte Tischtennisplatte im Bürogebäude hilft somit nicht nur, den Mausarm zu verhindern, sondern bringt Menschen spielerisch zusammen.
Auch wenn alle genannten Aspekte berücksichtigt werden und durch entsprechende Maßnahmen eine gute Arbeitsatmosphäre entsteht, bleibt ein wichtiger Faktor, ohne den alles hinfällig wird: die Liebe zur Arbeit, der eigentlichen Aufgabe – der Berufung eben. Werden die weichen Faktoren nicht ernst genommen und fehlt dazu noch der eigene Antrieb, kommt es schnell zur inneren Kündigung.
Das muss aber nicht so sein. Durch Fortbildungen lassen sich Mitarbeiter motivieren. Werden ihre individuellen beruflichen Ziele gefördert, können festgefahrene Situationen aufgebrochen und neue Perspektiven entwickelt werden. Wenn die Arbeit wieder Spaß macht und erfüllt, nehmen die betroffenen Mitarbeiter Mängel als weniger belastend wahr und sie empfinden Stress womöglich als positiv. Zwischenmenschliches wird kollegialer und weniger ernst und verbissen angegangen. Das zeigt sich dann darin, dass im Büro gelächelt oder sogar gelacht wird. Der gesundheitliche Wert einer fröhlichen und damit entspannteren Arbeitsatmosphäre ist daher einfach nicht zu unterschätzen.
The good, the Bad + the Healthy
We’re all familiar with work-related sayings like "The impossible gets done at once, but miracles take a little longer!" There are countless other examples. Some say their boss has it in for them, or complain about their workload and the tasks they are given, others whinge about their colleagues.
At the heart of all of this is the stress which comes from being under or over-challenged at work, from hierarchical structures, from how work is organised, and how teams work with or against each other. If this stress is perceived as negative, it can make you ill. This in turn leads to burnout and depression.
However, stress is not the only factor that can make us sick at work. This emerged during the course of our preliminary considerations for the design of the special exhibition "The Healthy Office", at the Paperworld trade fair. We first asked ourselves what actually makes us sick. After extensive research, we identified areas that could either contribute to a healthy or a poor office climate. In addition, these six areas: "office space", "furniture", "nutrition", "work methods", "colleagues and tasks" and the "work per se", can be characterised as "soft" or "hard".
Soft factors include work methods, colleagues, employee and hierarchical structures as well as the actual tasks one is responsible for. The hard factors include the office space itself and how it is furnished in both the narrow and broad sense, as well as the nutritional options available for employees. An appreciation of these hard and soft factors, and the six areas outlined above, can lead to the design of new office landscapes or the targeted improvement of existing ones.
On the subject of office space, for example, the aspects essential for establishing a good working environment are room acoustics, air quality, lighting and/or natural lighting as well as the use of plants. The clever division of space to deal with the work which requires either concentration or communication is also essential.
What began in the office landscapes planned by the Quickborner team in the 1960s and continues in today's open-plan or cubicle offices requires thorough planning. Today, it is a matter of skilfully merging the advantages of individual and open-plan offices. The goal is to create individual zones instead of one large space. By creating a range of workplaces of differing qualities such as informal meeting areas, acoustically-protected telephone cells, meeting lounges, reading zones and team kitchens, employees can select the workplace most suited to their current task. Ideally, they would change their workplace several times a day.
This would mean the employee avoids permanently sitting at the same place. Although pure standing workplaces also have drawbacks, they do make it easier to get up and approach colleagues to discuss something or go to another office area. This is not done so readily from a seated workplace. That’s why it is important to create as many inducements as possible to ensure sitting doesn’t become too convenient an option.
This leads us to the second area, office furnishing. Ergonomic design is a factor which almost all major office furniture manufacturers incorporate into their products. That is borne out by the fact that many of them produce seating which either positions the body correctly or incorporates specific instability into seats to force the user to sit actively. Since the advantages of working standing up have been accepted, the choice of tables ranging from simple, mechanically-adjustable models to electrically-controllable models that can store individual height profiles has increased. In addition to classical office furniture, alternative seating and standing opportunities are increasingly being introduced to modern offices. This development supports the concept of zoning, which is based on the premise that furnishings in the office should be sufficiently varied.
In the broadest sense, the keyboard, mouse and screen are also part of the office furnishing. A lot of technical advancements have been made here. One example is the use of meeting room walls with interactive projection surfaces. The coupling of digital input with direct projection is leading to a more progressive and seamless fusion of the real, haptic world and the digital interface. The use of digital pens shows that this development is already underway.
Far removed from the digital world, the office plant is also undergoing something of a revival. An increasing number of offices are taking on jungle-like qualities, thus improving the room climate, albeit slightly, and creating a soothing optical oasis for stressed screen eyes.
Diet is a third important factor which contributes to the healthy office. Endless cups of coffee with cream and sweetened soft drinks often accompany the office workday. In a clichéd world, these coffees are then replaced by wine and beer on Friday evenings. Poor eating habits also play a role. The right diet can have an effective and positive effect on your wellbeing. Those who arrive at the office after a balanced breakfast, largely forgo coffee and sugar, and eat a light lunch remain fitter and more alert for longer.
To do this, however, people have to change their routines, which can be very difficult. Transforming the office kitchen, which was always a place for socialising, can support this change. The kitchen is a perfect space for communicating and for ad-hoc meetings.
In addition, office food stations offering fruit, healthy snacks and water, should ideally be close to workplaces. These stations should also be seen as temporary and informal meeting points, which in turn are part of the zone concept. They should fulfil several functions simultaneously to make their usage as flexible as possible and increase acceptance. In addition to the three "hard" - in the sense of physical – factors, which contribute to healthy work, it is necessary to look carefully at the "soft" - in this case, psychological – factors, i.e. those involving people and mindset. These are the things that "stress" us, and can lead to a whole range of physical problems. This applies particularly to how the company or the office is organised. Working hours, the home office, team size, decision transparency, employee participation, workload, being overworked or underworked, and personal work discipline – these are all potential stress factors.
This results in a broad scope for training staff and managers with a view to improving their own work and team organisation, but also with a view to promoting communication among the employees. Transparent decision-making and the feeling of being involved are of great importance for the well-being of the team. In addition to clear direct or written communication, the use of wall surfaces for project presentations and flexible workplace design also enables teams to communicate informally.
Additional stress factors can also emerge in the team itself if the chemistry between colleagues or between boss and co-workers is not right. The popular saying that "people leave managers, not companies" speaks volumes. Studies show how one single person can trigger stress in the workplace. It is therefore not surprising that, in many cases, managers with particular leadership qualities who have either low or high staff sickness rates in one job will have the same rates when they lead a new and different team.
Team-building measures and coaching courses for managers help prevent this. They should be combined with a rethink of hierarchical structures. It is also important to allow people to make mistakes and learn to express appreciation. This applies to both superiors and team members. A casual get-together on Friday afternoons also improves the climate, as does a team dinner or an office trip. This allows colleagues to get to know each other better on a personal level, which in turn helps to reduce conflict. The office ping-pong table, almost a cliché now, not only helps prevent mouse arm, but also brings people together in a relaxed fashion.
Even if all of these aspects are taken into consideration and appropriate steps are taken to create a good working atmosphere, they become irrelevant if one important factor is absent: a love for work, the actual task, the calling, as it were. If the soft factors are not taken seriously and personal drive is missing, inner resignation soon follows.
But it doesn’t have to be like this. Employees can be motivated through training. If their individual career goals are supported, it is easy to dismantle negative work practices and develop new perspectives. When work is fun again, shortcomings are perceived as less of a burden, and stress may even be considered a positive thing. Interpersonal relationships are approached in a more collegial and less serious and dogged manner. This is noticeable when people smile or even laugh in the office. The health value of a happy and relaxed working atmosphere should not, therefore, be underestimated.

1 Teilen und trennen
Für seine Ausstellung “Nationalgalerie” unterteilte der Künstler Thomas Demand den riesigen Glaskasten der Neuen Nationalgalerie in Berlin mit schweren dunklen Samtvorhängen und schaffte in diesem sonst so in die Stadt hineinwirkenden, luftigen Raum eine Intimität und Geborgenheit, die jeder seiner gezeigten Fotoarbeiten eine Aura und Andacht verliehen, wie sie in der Ausstellungshalle kaum vorstellbar war. Der Architekt Arno Brandlhuber verwendete ebenfalls Vorhänge, um die großflächigen Räume seiner “Antivilla” nach Jahreszeit und Witterung in kleinere Klimazonen unterteilen zu können. Durch die Vorhänge konnte zwar in beiden Fällen keine akustische Barriere, geschweige denn ein echter Wandersatz geschaffen werden, aber die Vorhänge wirken in beiden Fällen als visuelle und damit auch als mentale Barrieren, die Zonen der Privatheit in Räumen zu großer Öffentlichkeit schaffen. Moderne Büros sind in ihrer Transparenz, ihren Großräumen und Glasfassaden heute Orte, die Momente der Privatheit kaum erlauben. Aber auch hier, im Großraumbüro, sind Vorhänge einen Versuch wert. Wenigstens temporär können so durch wenige Handgriffe luftige Meetingräume geschaffen werden, für Phasen der Konzentration kann man sich in ein für kurze Zeit eingerichtetes Einzelbüro zurückziehen und doch sitzt man nicht abgeschottet von den Kollegen. Best of both worlds. Vorhänge sei Dank.
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1 Zone in / zone out
For his "Nationalgalerie" exhibition, artist Thomas Demand divided up the great glass hall of the new national gallery in Berlin with dark, heavy velvet curtains, thus creating an intimacy and a sense of security in this otherwise exposed urban space that lent each of his exhibited photographic works an aura and reverence that was hardly imaginable in the exhibition hall. The architect Arno Brandlhuber also used curtains to divide the large areas of his "Antivilla" into smaller climate zones according to season and weather. Although the curtains weren't able to create an acoustic barrier in either case, let alone a wall-like structure, they function in both cases as visual and therefore also mental barriers, which create zones of privacy in highly public spaces. Modern offices, with their transparency, their spacious rooms and glass façades, are places that today hardly allow any moments of privacy. But here, as in open-plan offices too, it is worth experimenting with curtains. For a short time at least, it is possible to create airy meeting rooms with just a few simple steps. When you need to concentrate, you can briefly retreat into a temporary private office, yet still stay in touch with colleagues. The best of both worlds. Thanks to curtains.
2 Ruhe bitte!
In den Flugzeugen und Bahnen sind in den letzten Jahren vermehrt Geschäftsleute zu beobachten, die große Kopfhörer tragen, wie man es eher von Hiphop hörenden Jugendlichen kennt. Witzig sehen die Geschäftsreisenden aus, wie sie da in ihren Anzügen angestrengt in ihre Computer starren – noch witziger, wenn man sich vorstellt, dass ihnen dabei lauter Gangsterrap in die Gehörgänge bellt. Aber eigentlich sind diese überdimensionierten Mickey-Mouse-Ohren eher vergleichbar mit dem neongelben Hörschutz, den der Bauarbeiter beim Bedienen des Presslufthammers aufsetzt: Denn die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei den Reisebegleitern um Noise-Cancelling Headphones handelt, ist ziemlich hoch. Diese Kopfhörer sind mit Mikrofonen an den Außenseiten versehen, die den Geräuschpegel der Umgebung messen und das gemessene Schallsignal in den Kopfhörer geben – nur eben mit entgegengesetzter Phasenlage, so dass sich die beiden Geräusche (Lärm draußen/Gegensignal drinnen) aufheben. So entsteht in dem Kopfhörer Stille, die man mit Musik füllen kann, aber nicht muss. Wer sich einmal an das Reisen mit diesen Kopfhörern gewöhnt hat, dem wird es schwer fallen jemals wieder ohne sie ein Flugzeug oder eine Bahn zu besteigen. Denn gerade die tieferen Frequenzen, die Flugzeugmotoren und Bahnschienen verursachen, verschwinden fast vollständig. Leider ist die Wirkung im Büroalltag weniger spektakulär: Die Geräusche der Kollegen werden zwar gedämpft, aber die höherfrequenten Schallwellen kann heutige Noise-CancellingTechnologie noch nicht in völlige Stille verwandeln. Im Büro gilt also statt new tech weiterhin old school: Einfach Hiphop laut aufdrehen.
[:en]2 Chill out
In recent years, there has been a marked increase of business people in planes and trains wearing large headphones, which were previously more common among teenagers listening to hip hop. These business travellers look comical, staring at their computers in their suits - and even more amusing if you imagine a gangsta rap track bellowing into their ears. But in truth, these oversized Mickey Mouse ears more resemble the neon yellow hearing protection that construction workers put on when operating a jackhammer: since the likelihood that their travelling companions are noise cancelling headphones is pretty high. These headsets have microphones on the outside, which pick up the ambient noise level and transmit the measured sound signal to the headphones - but with a wave that is exactly the opposite phasing of the ambient sound, thus cancelling out both noises (noise outside / counter-signal inside). This creates silence in the phones, which can be filled with music but doesn't have to be. Anyone used to travelling with such headphones finds it hard to enter an aircraft or a train without them again. Because it is particularly the lower frequencies generated by airplane motors and railway tracks that disappear almost completely. Unfortunately, their impact in everyday office life is less spectacular: Noise emanating from colleagues is certainly muffled, but current noise cancelling technology is not able to transform higher-frequency sound waves into complete silence. So in the office, rather than new tech, the old-school solution still applies: Simply turn up the hip hop really loud.
3 LUXus
Sobald der Sommer vorbei ist und wir wieder erst an unseren Zeitmessern und dann an unserer inneren Uhr drehen müssen, wird uns unser eigener Biorhythmus wieder schmerzhaft bewusst: Das Aufstehen wird zur Qual, Körper und Umwelt sind nicht mehr aufeinander abgestimmt. Wie bei einem Mini-Jetlag schaffen es die meisten von uns aber relativ schnell sich jedes Jahr aufs Neue anzupassen. Es gibt Ausnahmefälle, die ihren Alltag ganz nach ihrem zeitversetzten circadianen Rhythmus organisieren – länger Schlafen heißt hier nicht gleich weniger Arbeiten, sondern freiwillige Nachtschichten zu schieben, ohne müde zu werden. Für den normalen Menschen ist aber der Tagesablauf und mit ihm die Tageslichttemperatur mit körperlichen Reaktionen gekoppelt. So wird morgens die Melatoninausschüttung gestoppt, es erhöht sich die Wachsamkeit im Laufe des Vormittags und man erreicht die beste kardiovaskuläre Effizienz am späten Nachmittag. Dieser Rhythmus wird zunehmend von immer gleichbleibenden Bildschirmlicht durcheinandergebracht und führt zu körperlichen Problemen. Abhilfe schaffen können inzwischen intelligente Leuchten oder Apps für Computer und Mobiltelefone – oder eben die fast leere Batterie unserer Endgeräte, die dann zumindest unsere Bildschirme ausnahmsweise einmal vor uns einschlafen lässt.
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3 LUXury
As soon as summer ends and we have to turn back first our timepieces, and then our inner clock, we become painfully aware of our own biorhythm again: Getting up is a torture, our body and the environment are no longer in tune with each other. Like with minor jetlag, most of us manage to adapt relatively quickly every year. There are some exceptions, though. People who organise their everyday life completely in accordance with their time-displaced circadian rhythm - sleeping longer doesn't mean working less in this case, but working night shifts voluntarily without getting tired. For the normal person, however, the daily routine, and with it the daylight temperature, is coupled with physical reactions. Correspondingly, melatonin secretion stops in the morning, alertness increases in the course of the morning, and the best cardiovascular efficiency is reached late in the afternoon. This rhythm is increasingly disturbed by ever-constant screen light, which leads to physical problems. Help is at hand meanwhile with smart lighting fixtures or apps for computers and mobile phones - or at least with our device's dead battery, which for once mean our screen falls asleep before we do.
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4 Biotopia
Nachdem die Großstädter jede verfügbare Freifläche in Hochbeete verwandelt haben und die Wochenenden in ihren Gehöften im Umland verbringen, um dort ihrer neu gewonnenen Landlust zu frönen, kultivieren sie nun ihren grünen Daumen auch in ihren Büros: Treibt man sich ein wenig auf Lifestyleblogs, bei Instagram und Pinterest herum, ist zu beobachten, dass sich die Arbeitsumgebung der hippen Stadtbewohner zunehmend in botanische Gärten verwandelt. Reichte es den Agenturen, Kreativbüros und Beraterfirmen früher noch aus, auf ihren Sideboards, Schreibtischen und Küchentheken strategisch clever ein paar kleine Pflänzlein und Kakteen zu drapieren, kommt heute keine angesagte Firma oder Lifestyleshop ohne mindestens eine vollbegrünte Wand und einen kleinen kultivierten Dschungel aus Farnen, Gummibäumen und Zwergpalmen aus. Es ist zwar fraglich, ob diejenigen, die in diesen stylischen Büros arbeiten, denn auch wirklich die langfristige Pflege der Pflanzen mit gleicher Hingabe betreiben, wie das Posten ihrer grünen Büromitbewohner in den sozialen Medien, doch: Das Raumklima erlebt jenseits der ästhetischen Komponente definitiv ein gesundheitlich relevantes Update.
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4 Biotopia
Now that the city slickers have turned every inch of free space into elevated flower beds and spend the weekends on their farm estates in the surrounding countryside indulging their newly discovered "land lust", they are now cultivating their green fingers in their offices as well: If you surf a bit on lifestyle blogs, Instagram and Pinterest, you'll see that hip urbanites are increasingly transforming their working environments into botanical gardens. While it was sufficient in the past for agencies, creative firms and consultancies to place a few strategically placed indoor plants and cactuses on their sideboards, desks and kitchen counters, these days no trendy company or lifestyle shop can get by without at least a fully-fledged green wall and a mini cultivated jungle of ferns, rubber plants and dwarf palms. It might be questionable if the workers in these stylish offices are as dedicated to the long-term care of the plants as they are to posting their green co-workers on social media, but: As well as the aesthetic component, the indoor climate certainly undergoes a health-relevant update.
5 Weitblick
Wenn wir unsere vielen Fenster auf unseren Bildschirmen schließen, eröffnet sich bei so manchem Computer ein Blick in die Ferne: Bei Microsoft war es bis vor kurzem noch eine sanfte Hügellandschaft, beim Mac bestaunen wir die Gipfel des Lone Pine Peak Mountain. Während die Bildschirmfenster auch als sprichwörtliches Fenster in die digitale Welt verstanden werden können, ersetzten die vorinstallierten Hintergrundbilder einmal mehr den echten Ausblick aus dem Bürofenster. Vielleicht weil dort sowieso nur eine triste, graue Stadtkulisse auf uns wartet. Die Wahl von Naturbildern als Ort, an dem sich unsere Augen ausruhen und durch Wechsel von Nah- auf Fernsicht erholen können, kommt nicht von ungefähr. Seinen Blick und seine Gedanken während einer Zugfahrt oder einem Flug aus dem Fenster schweifen zu lassen, ist eine Form von Konzentration, die genauso beim Blick aus dem Bürofenster erfolgen kann. Forscher von der Universität Melbourne wollen nachgewiesen haben, dass allein schon ein kurzer Blick von 40 Sekunden auf eine natürliche Umgebung ausreicht, um dem Gehirn wieder auf die Sprünge zu helfen. Wichtig für den regenerativen Wert des Ausblicks ist dabei allerdings der Blick ins Grüne und nicht in die Betonwüste.
5 New perspectives
When we close the numerous windows on our screens, some computers reveal a distant view: Until recently on a Microsoft PC, it was a gently sloping hilly landscape, on a Mac, we can marvel at the ridges of the Lone Pine Peak. While the windows on the screen can also be understood as a proverbial window into the digital world, the preinstalled background images once again took the place of the real view from the office window. Maybe because only a dreary, grey urban backdrop awaits us there. The choice of natural images as a place for our eyes to rest and recover by switching from near to distant vision is no coincidence. Letting your eyes and thoughts wander while looking out the window of a train or plane is a form of concentration that works just as well when looking out the office window. Researchers from the University of Melbourne claim to have proven that just looking at a natural environment for 40 seconds is enough to jump-start the brain again. However, for the regenerative value of the view to be effective, it must be into the greenery and not a concrete jungle.
[:]6 Büro-Rodeo
Bürostühle sind wahrlich keine Schönheiten. Machen Sie einmal den Test und stellen Sie einen Bürostuhl in Ihr Wohnzimmer. Egal wie teuer und aufwändig gestaltet – es gibt kein Möbel der Bürowelt, das so unpassend in jedem anderen Umfeld aussieht, wie dieser ergonomisch geformte Stoffüberzug auf Rollen. Aber der Bürostuhl kann Quell ungeahnter Freuden werden, wenn er in seinem natürlichen Habitat für kollegiale Spiele zur Überbrückung langer Arbeitsalltage als Aktivator in ein Spielzeug ungeahnter Vielfalt verwandelt wird. Nützliches Utensil für die Durchquerung des gesamten Büros ohne den Boden zu berühren, bestens für Rennen durch Büroflure geeignet und ideal für diejenigen, die an ihre Jugendzeiten in Oxford oder Cambridge anknüpfend im Ruderboot (Vierer mit Steuermann) die Bürolandschaft durchfahren wollen.
[:en]6 Office Rodeo
Office chairs are really not renowned for their good looks. See for yourself and put an office chair in your living room. No matter how expensive and elaborately designed it may be, there is no item of furniture in the office world that looks so out of place in any other setting as this ergonomically shaped fabric cover on wheels. But the office chair can become a source of endless fun in its natural habitat when it is transformed into a highly diverse toy for games with colleagues that help to shorten a long working day. It is, for example, an excellent means of crossing the entire office floor without putting a foot on the ground, ideally suited for racing through corridors, and perfect for those wishing to relive their youth in Oxford or Cambridge by traversing the office landscape in a rowing boat (four-man boat with helmsman).
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7 Auf steht`s
Der moderne Büroarbeiter steht heute. Oder besser: Hat dank eines höhenverstellbaren Tisches zumindest die Option im Stehen zu arbeiten. Und ja, es spricht einiges dafür nicht im Sitzen zu arbeiten, wie man in dem Buch “Sitzen ist das neue Rauchen” des Physiotherapeuten Dr. Kelly Starrett nachlesen kann: Man bewegt sich mehr, verlagert das Gewicht vom einen Bein auf’s andere, was wiederum der Wirbelsäule guttut, setzt sich leichter in Bewegung, unterbricht das starre Harren vor dem Bildschirm öfter für kleine Ausflüge in die Teeküche und Besuche bei Kollegen… in der Theorie. Denn in der gelebten Büropraxis unterscheiden sich diese übermotorisierten, höhenverstellbaren Tischmaschinen dann doch kaum von ihren unbeweglichen Vorgängern: Sie verbleiben trotz aller Bewegungsangebote auf Sitzhöhe – so wie ihr moderner Besitzer. “Das Stehen ist einfach keine ernstzunehmende Arbeitshaltung und viel zu anstrengend.” So oder so ähnlich denkt der moderne Büroarbeiter abends in der Bar – in der das Rauchen ja auch schon lange verboten ist – während er an der Theke lehnend seinem Rücken einen Moment der Entlastung vom ermüdenden Büroalltag gönnt.
7 Get up, stand up
Today's office employee stands while working. Or rather: Thanks to a height-adjustable desk, he or she at least has the option to work standing up. And yes, there is a lot to be said for not working in a sitting position, as you can read in the book "Sitting is the new smoking" by physiotherapist Dr Kelly Starrett: You move more, shift your weight from one leg to the other which in turn benefits the spine, are more likely to walk about, and it encourages you to interrupt long spells of immobility staring at the monitor more often to grab a coffee or visit your colleagues... in theory. Because in actual office practice these over-motorized height-adjustable table machines are hardly distinguishable from their immovable predecessors: They remain at sitting height despite their mobile capabilities - just like their modern owners. "Standing is simply not a credible working posture and is much too strenuous." And that's pretty much what the modern office worker thinks in the bar in the evening - where smoking has also already been banned for some time - while leaning against the bar and taking a moment to relieve the back after a tiring day at the office.
[:]8 Wisch und weg
Es hat die Erfinder des Computers viel Überzeugungsarbeit gekostet, bis wir es akzeptiert haben, in einen Monitor zu starren und die dort möglichen Aktivitäten mit Maus und Tastatur, zwei völlig widernatürlichen und unergonomischen Bewegungsabläufen, zu steuern. Wie war das möglich? Durch Übertragung von Alltagslogiken in sogenannte Human Maschine Interaktion. Ohne die Analogie zum Postverschicken und Wellenreiten hätten wir uns schon vor langer Zeit von den Bedienelementen enttäuscht abgewendet, aber so akzeptierten wir diese neue Art der Welterschließung. Aber bis heute ist uns die Trinität aus Bildschirm, Maus und Tastatur fremd geblieben. Mit Hochdruck wird im Silicon Valley an seiner Abschaffung gearbeitet. Wir können es kaum erwarten, endlich mit natürlichen Gesten das zu steuern, was für uns heute die Welt bedeutet. Doch bleibt dabei die Frage: Was ist denn heute noch natürlich? Wenn wir ein Kleinkind beim verzweifelten Versuch beobachten das Programm eines Fernsehers per swipe oder touch zu wechseln, können wir uns da gar nicht so sicher sein...
[:en]8 Swipe and swoosh
It took a lot of convincing by the inventors of the computer before we accepted the concept of staring at a monitor and controlling the activities there with a mouse and keyboard - two completely unnatural and non-ergonomic motion sequences. How did they persuade us? By transferring everyday logic into so-called human-machine interaction. Without the analogies of sending letters and surfing, we would have long ago turned our back on the controls in disappointment, but with these mental images we accepted this new way of accessing the world. To this day, however, the trinity of screen, mouse and keyboard has remained alien to us. Silicon Valley is working flat out on its abolition. We can hardly wait to at last be able to control our world with natural gestures. But one question remains: What can we consider natural today? When we watch a toddler trying desperately to change the TV channel by swiping or touching the screen, who can say anymore...
9 Ein Apfel am Tag...
Blaubeeren, Grünkohl, Qinoa, Goji-Beeren, Kakao, Chia-Samen – allesamt sind uns auch als ‘Superfoods’ bekannt. Ohne Frage sind diese Nahrungsmittel gesund, aber eben nicht unbedingt gleich um so vieles besser, wie es der Begriff suggerieren möchte. Hier handelt es sich nämlich um den Versuch der Nahrungsmittelindustrie die Health Claims Verordnung der EU zu umgehen, die haltlose Gesundheitsversprechen verbietet. Der Begriff “Super” impliziert nämlich eine generelle Überlegenheit ohne konkrete Aussage dazu, in welcher Weise diese zustande kommt. Kein Wunder also, dass beim Vergleich mit diesen sogenannten Superfrüchtchen der gute alte Apfel im Regal liegen bleibt - und das, obwohl er Pectin, das Blutdruck und Glukosespiegel senkend wirkt oder Boron, das für Knochen und Gehirn gut ist, enthält. Gleichzeitig reinigt er beim Essen die Zähne und tötet Mundbakterien. Zudem enthält ein Apfel wenig Kalorien und Sodium, ist dafür aber reich an Ballaststoffen und Vitamin C und hält seine Nährstoffe sehr lange - bis zu 200 Tage. Der Apfel gehört also auf jeden Fall in die Obstschale Ihres Büros – natürlich neben anderen Früchten, denn vor allem kommt es auf die Ausgewogenheit der Ernährung an.
[:en]9 An apple a day
Blueberries, green cabbage, quinoa, goji berries, cocoa, chia seeds - we know all of them as 'superfoods'. There is no doubt that these foods are healthy, but not necessarily as good as the name suggests. This is an attempt by the food industry to circumvent the EU health claims directive, which forbids making baseless promises about health benefits. The term "super", namely, implies a general superiority without making a concrete statement about how it comes about. So it is no surprise that, in a comparison with these so-called superfruits, the good old apple is left on the shelf - even though it contains pectin, which reduces blood pressure and glucose levels, or boron, which is good for bones and the brain. At the same time, it also cleans the teeth while being eaten and kills bacteria in the mouth. What's more, an apple contains few calories and sodium, is rich in fibre and vitamin C, and retains its nutrients for a very long time - up to 200 days. The apple should, therefore, definitely have a place in your office fruit bowl - along with other fruits, of course, because the most important thing is a well-balanced diet.
[:]10 Wasserstoff-Tankstelle
Dieses eigentümliche Gluckern, das von irgendwo aus der Ferne des Büroflurs herüberspült, ist fast vollkommen verschwunden. Und mit diesem Gluckern auch sein Urheber – der Wasserspender. Die wasserköpfige Apparatur wurde im herkömmlichen Büroalltag weniger für die (teilweise zweifelhafte) Qualität ihres Produkts, als denn für ihre soziale Komponente geschätzt – so sehr sogar, dass sich der informelle Austausch zwischen Kollegen am Wasserspender als sogenannter “water cooler talk” auch im alltäglichen Bürosprachgebrauch etablierte. Doch dann brach die Zeit der Markenwasser an und die Kühlschränke der modernen Büros füllten sich mit Wasserflaschen: “Evian”, später dann “Fiji” oder “Voss” und unzählige andere Marken trieben die Preise in ungeahnte Höhen und etablierten das Wassertrinken als Lifestyleentscheidung. Inzwischen hat sich der Hype um das Wasser wieder etwas gelegt und auch in den coolsten Offices finden sich wieder ganz bodenständige Brita-Wasserfiltersysteme, die das Leitungswasser ein wenig von Kalk befreien, sonst aber auf jede Aufregung verzichten. Doch der nächste Trend steht schon wieder vor der Bürotür: Die in Berlin ansässige Firma Leogant hat sich der Aufgabe verschrieben, durch ausgeklügelte Filterungsprozesse herkömmliches Leitungswasser in erquickendes Quellwasser zu verwandeln, denn - wie die Firma auf ihrer Website schreibt – “sauberes Wasser ist noch lange kein gesundes Wasser”. Stellen Sie sich also schonmal darauf ein, dass Sie sich in näherer Zukunft mit ihren Kollegen um’s Waschbecken in der Küche versammeln, um bei frischem Quellwasser den “Water Cooler Talk 2.0” zu führen.
[:en]10 Filling station
That odd gurgling sound, washing across the office from somewhere in a distant corridor, has almost completely disappeared. And with it, its cause, too - the water dispenser. This fixture was not so much appreciated in the traditional office environment for the (sometimes dubious) quality of its product as for its social component - so much so that an informal exchange between colleagues at the dispenser became known as a "water cooler talk" in everyday office parlance. But then the age of branded water dawned and refrigerators in modern offices were stocked with water bottles: First "Evian", then "Fiji" or "Voss" and countless other brands drove up prices to unimagined heights and established water drinking as a lifestyle decision. In the meantime, the hype around water has died down a little again, and even in the coolest offices, down-to-earth Brita water filter systems, which remove some of the limestone in tap water but are otherwise completely lacking in excitement, are making a comeback. However, the next trend already has a foot in the (office) door: Leogant, a Berlin-based company, has dedicated itself to the task of transforming conventional tap water into refreshing spring water with ingenious filtering processes because, as they write on their website, "clean water is not healthy water by a long stretch". So get used to the thought that in the near future you and your colleagues will gather around the sink in the kitchen to partake in "Water Cooler Talk 2.0" with a glass of fresh spring water.
[:]11 Kleiner Hunger
Der Snack ist eine ebenso gefährliche wie beliebte Zwischenmahlzeit. Gefährlich, weil der Snack suggeriert im Vorbeigehen, ohne Zeitaufwand genossen werden zu können und genau deshalb so beliebt ist – besonders im stressigen Büroalltag, wo auf die Mittagspause am ehesten verzichtet werden kann, wenn die Luft brennt. Die Geschichte des Snacks ist die Erfolgsgeschichte eines Underdogs: Die ersten “Snacks” – Erdnüsse, Knabberbrezeln, Popcorn – wurden in den USA im späten 19. Jahrhundert aufgrund ihrer unhygienischen Herstellungs- und Verkaufsweise auf den Straßen vom Bürgertum gemieden und waren als “Unterklassenfraß” verpönt. Doch spätestens in den Wirtschaftswunderjahren der 1950er konnten sich auch die Bürgerlichen der Attraktion der Zwischenmahlzeiten nicht mehr entziehen und belohnten sich für jede Stunde vor dem Fernseher mit Popcorn, Chips und allerlei anderen Leckereien. Und auch die Arbeitswelt hat schon lange reagiert: Von der Snackbox bis zur Obstschale wird in vielen Büros der nachmittägliche Impuls zur Zwischenmahlzeit mit kleinen Angeboten kompensiert. Und dabei gilt bis heute: Je zuckriger und ungesünder, desto beliebter, denn auch wenn gesunde Snacks wie Nüsse und Früchte eine langanhaltendere Konzentrationssteigerung bewirken, ist es doch eher der Schokoriegel, der den Nachmittag versüßt.
[:en]11 Snack attack
A snack is as dangerous a between-meals morsel as it is popular. Dangerous, because the snack suggests that it can be simply enjoyed without costing any time, which is just why it is so popular - especially in stressful everyday office life where the lunch break is the first thing to be sacrificed when all hell breaks loose. The history of snacks reads like the success story of an underdog: The first of their kind - peanuts, pretzel nibbles, popcorn - were frowned upon by the middle class in the US in the late 19th century because of their unhygienic production and street sale, and were considered "food for riffraff ". But by the economic miracle years of the 1950s at the latest, the middle classes could no longer escape the attraction of the in-between meals, and rewarded themselves for every hour spent watching TV with popcorn, crisps and all kinds of other treats. The working world also reacted long ago: From the snack box to the fruit bowl, the afternoon urge for an intermediate meal is satisfied in many offices with small offerings. And one thing is as valid today as ever: The more sugary and unhealthy, the more popular, because even though healthy snacks such as nuts and fruit provide a longer lasting increase in concentration, it is still the chocolate bar that sweetens the afternoon.
[:]11 Machen oder machen lassen?
Wie schön war das damals, als man noch mit einem frisch gespitzten Bleistift der Härte HB nach getaner Arbeit den entsprechenden Punkt auf seiner handgeschriebenen Aufgabenliste durchstreichen konnte. Das erledigte Werk blieb so auch im durchgestrichenen Zustand noch als Zeuge der vollbrachten Leistung sichtbar und konnte so Genugtuung erzeugen – long gone! In Zeiten der digitalen To-Do-Listen, die uns in unglaublicher Vielfalt in App-Stores zur Verfügung stehen, verschwinden erledigte Aufgaben auf Nimmerwiedersehen im Online-Nirvana. Und wenn ein Programmierer uns doch nicht um das Gefühl etwas geschafft zu haben bringen wollte und der Task daher durchgestrichen sichtbar bleibt, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er in eine von vielen parallel geführten To-Do-Listen unsichtbar wird. Oder er fristet dort sein Dasein zusammen mit Aufgaben, die wohl nie bearbeitet werden. Immer mehr und immer längere Listen, auch gerne synchronisiert und mit anderen geteilt, verfehlen immer häufiger ihren eigentlichen Zweck. Daher gibt es eigentlich nur das Zurück zur einfachen, handgeschriebenen Liste, gültig nur für einen Tag. Denn was man nicht schafft, liegt dann eben am nächsten Tag als Mahnung vor einem und verschwindet nicht unauffällig in den unzähligen digitalen (Never)-To-Do-Listen.
[:en]11 To do or not to do
How nice it was in the past when you took a freshly sharpened pencil, hardness grade HB, and crossed out the corresponding item from your handwritten task list once it had been completed. Even in its crossed-out state, the work remained visible as a witness of the accomplished task and was therefore a constant source of satisfaction - long after its completion! In an age of digital to-do lists, available in myriad varieties in app stores, completed tasks simply evaporate for eternity into an online nirvana. And even if the programmer decided not to rob us of the feeling of having achieved something and kept the crossed-out tasks in view, the probability of their disappearing in one of the numerous parallel to-do lists we maintain is still very high. Or it leads a lonely existence there together with other tasks that will likely never be completed. Ever more and ever longer lists - ideally synchronized and shared with others - are increasingly defeating the very purpose of their existence. Therefore, all that really remains is returning to the simple, handwritten list, valid for one day only. Because what you don't get done is still there to greet you the very next day as a reminder, instead of disappearing unobtrusively in the countless other digital (never-) to-do lists.
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12 Erstmal tief durchatmen
“Moment! Erst einmal ganz tief durchatmen…” Wenn wir diese Worte hören, wissen wir genau: irgendetwas läuft ganz und gar nicht so wie es sollte. Der Situationsstress ist direkt spürbar und man möchte aufgrund der Spannung seinen Atem anhalten. Interessant sind hierbei weniger die Ursachen oder die möglichen Folgen, sondern der Ratschlag, über kontrolliertes Atmen wieder Herr bzw. Frau der Lage zu werden. Tief durchatmen steht nämlich im direkten Gegensatz zur schnellen flachen Atmung, wie man sie unter Stressbedingungen oder in Paniksituationen kennt. Das Prinzip der Ursache und Wirkung wird hier umgedreht. Nicht der Stress verursacht schnelles Atmen, sondern andersherum. Daher ist es auch möglich, gezielt über langsames und tiefes Ein- und Ausatmen dem Körperstress entgegenzuwirken. Beim Yoga ist daher auch die richtige Atemtechnik zentraler Bestandteil aller Übungen. Daher kann auch regelmäßiges Meditieren zu verbesserter Konzentration beitragen. Allerdings reicht bereits tiefes Durchatmen aus, um effizienter zu arbeiten und seine innere Ruhe zu behalten.
[:en]12 Take a deep breath!
"Stop! First take a deep breath..." Whenever we hear these words, we can be sure that something is not going at all as it should. The stress of the situation is directly tangible and the tenseness makes us want to hold our breath. The interesting part here is not so much the cause or the possible consequences, but the recommendation to control our breathing in order to once again become master - or mistress - of the situation. Because breathing deeply is the exact opposite of the rapid shallow breathing that we know in stress conditions or panic situations. The principle of cause and effect is reversed here. It isn't the stress causing the rapid breathing, but the other way around. That's also why it is possible to counteract the body's stress in a targeted way by inhaling and exhaling deeply. This is also why, with yoga, the right breathing technique is a central part of every exercise. And also why regular meditation can contribute to improved concentration. However, deep breathing in itself is already enough to work more efficiently and maintain your inner calm.
13 Däumchen drehen...
Unsere Gegenwart wird momentan von einer neuartigen Form des Zeitgebens vermessen: Dem Buffering-Icon. Damit gemeint ist dieses bunte Rad, das sich immer dann anfängt zu drehen, wenn vermeintliche Ladeprozesse die aktuelle Wiedergabe von digitalen Inhalten gerade verhindern. Das Ladesymbol soll uns entspannen, uns die Möglichkeit geben, uns kurz zurückzulehnen, einen Moment der Passivität zu erfahren, während unsere Aufmerksamkeit aber weiter bei dem kleinen drehenden Rad verweilt und nicht irgendwo anders hin abschweifen kann. Stattdessen ist das kleine Rädchen aber vom Bürohypnotiseur zum Panikmacher mutiert. Oh, no! Habe ich gespeichert? Geht’s überhaupt weiter? Steht der Zusammenbruch bevor? Der Absturz? Aber eigentlich sollten wir diese kleinen Momente wertschätzen, uns von der Gewissheit umspülen lassen, dass da Draußen im von uns völlig losgelösten Zeitenmeer, etwas passiert, was uns einen Moment des Durchatmens gönnt. Buffern ist Lebensqualität! Das nächste Mal, wenn wir warten müssen, sollten wir es als Angebot zur Kurzmeditaion begreifen und uns entspannt zurücklehnen. Einatmen, ausatmen, einatmen...
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13 Buffering
Our contemporary life is being measured by a new form of timer: The buffering icon – the colourful wheel that always starts turning when alleged loading processes prevent playback of the current digital content. The loading icon is meant to relax us, give us the opportunity to lean back and experience a moment of passivity while our attention remains fixated on the small rotating wheel, unable to stray elsewhere. Instead, however, the little wheel has mutated from an office hypnotist to a scaremonger. Oh, no! Have I saved my work? Is it even progressing? Is a meltdown approaching? A system crash? But in truth we should be grateful for these little moments and allow ourselves to be swept away by the certainty that, somewhere out there fully isolated from us in the sea of time, something is happening that grants us a momentary breather. Buffering is life quality! The next time we are forced to wait, we should see it as an opportunity for a mini meditation and sit back and relax. Breathe in, breathe out, breathe in...
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14 Scheitern bitte
Der Schriftsteller Samuel Beckett wird gern mit dem Aphorismus zitiert: “Ever tried. Ever failed. No matter. Try Again. Fail again. Fail better.” Dieses “Bessere Scheitern” könnte man heute auch als Credo der US-amerikanisch inspirierten Start-Up-Kultur bezeichnen, die sich inzwischen in den Großstädten der Welt in Inkubatoren zusammenfinden, um eine Idee nach der anderen auf der Suche nach dem “Unicorn” – der einen großen Idee wie Facebook, Instagram oder Snapchat – scheitern zu lassen. Inzwischen gibt es schon so viele gescheiterte Jungunternehmer, dass sich ein Unternehmen gegründet hat, das diesen nun wieder eine Plattform bietet: Das schnell wachsende Unternehmen “Fuck-up Nights” veranstaltet auf der ganzen Welt Abende, an denen von nichts anderem als dem eigenen Scheitern berichtet wird – unterhaltsam vorgetragen, von einem johlenden Publikum begleitet. Vielleicht wäre das eine neue Idee für das unternehmensinterne Teambuilding: Statt sich gegenseitig von Erfolgen zu berichten, lieber denjenigen auf die Schulter klopfen, die ihr eigenes Versagen am Eindrucksvollsten rüberbringen können. So kann man ganz nebenbei auch das “Besser-Scheitern” lernen.
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14 Fail better
Writer Samuel Beckett is often quoted with the aphorism: "Ever tried. Ever failed. No matter. Try Again. Fail again. Fail better." This "fail better" might also describe the credo of today's US-inspired start-up culture, which now sets up incubators in big cities all over the world to try out one idea after another in pursuit of the "unicorn" - the one big idea like Facebook, Instagram or Snapchat - and then to drop it. In the meantime, there are so many failed young entrepreneurs that a company has been founded to offer them a platform: The fast-growing "Fuck-up Nights" organizes evenings throughout the world where nothing but failures are presented - entertainingly and loudly accompanied by a whooping crowd. Maybe it would also be a good idea for a company's internal team-building measures. Instead of reporting on their successes to each other, reward those with a pat on the back that can present their own failure most impressively. Then they can also learn to "fail better" in passing.
15 Gut gemacht!
Viel wurde schon über die Eigenarten der sogenannten Millennials und insbesondere über ihre Vorstellung zum idealen Büro geschrieben: Mehr Sinnhaftigkeit im Tun sei nötig, eine gute Work-Life-Balance und natürlich eine flache Hierarchie – wenn überhaupt eine, dann nicht im tradierten Gewand. Aber ob flach oder nicht, wenn Führung als Tätigkeit und nicht allein als Rang begriffen wird, ist schon ein wichtiger fundamentaler Schritt getan, weg vom Hierarchiegedanken, der Rang und Führung direkt miteinander verbindet, und nur allzu oft Führungskompetenz vermissen lässt. Und gerade diese wird weiterhin und deutlich eingefordert. Flache Hierarchien sind zwar beliebt, aber eben auch, weil Chefs in diesen Strukturen besonders gut führen können müssen. Führen verlangt vollen Einsatz, Leidenschaft, Fokus und Kompetenz. Fehlt letztere, lässt sich dies heute eben nicht mehr so einfach hinter einem Titel verstecken. Mit gutem Beispiel vorangehen, sich dafür nicht zu schade zu sein, zu wissen, was zu tun ist und vor allem, was zu tun sein wird und dies erklären zu können ist es, was gute Führung ausmacht. Nur dadurch entsteht Respekt, ganz ohne Rang und Namen, Millennial hin oder her.
[:en]15 Well done!
Much has already been written about the so-called Millennials' idiosyncrasies and, in particular, about their idea of the ideal office: More meaningful work is necessary, as is a good work-life balance and, of course, a flat hierarchy: If there has to be one at all, then certainly not the traditional model. But whether it's flat or not, if leadership is perceived as an activity and not just a rank, an important fundamental step has already been taken - away from hierarchical thinking, which directly connects rank and leadership and only too often lacks leadership skills. And it is precisely these that are still very much in demand. Flat hierarchies are popular precisely because these structures require excellent leaders. Leadership demands total commitment, passion, focus and skill. If the latter is missing, it isn't easy to hide the fact behind a title. Setting a good example, not considering certain tasks to be beneath one, knowing what to do and, above all, what will have to be done, as well as being able to explain all of this is what constitutes good leadership. This is the only way to gain respect, regardless of rank or title, millennial or not.
[:]16 Hier sitz` ich!
Dichte, Gedrängtheit und Platzmangel belasten uns. Da haben wir eine angeborene Empfindlichkeit. Auch Tiere, die man auf engem Raum zusammenpfercht, leiden unter der Situation und zeigen eine erhöhte Anfälligkeit für verschiedenste Erkrankungen und eine höhere Sterblichkeit. In der Landwirtschaft und Tierzucht ist das bekannt. Auch wir Menschen zeichnen uns dadurch aus, dass wir es nicht allzu eng mögen. Im Durchschnitt gilt eine Armlänge als allgemeiner Wohlfühlabstand zwischen zwei Menschen. Je nach der Vertrautheit zu einem Mitmenschen und je nachdem, wie formal eine Kontaktsituation ist und auch je nach Kultur bevorzugen wir aber unterschiedliche Abstände. Was passiert, wenn sich zur kulturellen Akzeptanz noch die vorherrschenden Immobilienpreise auf die jeweilige Mitarbeiterdichte in Büros auswirken, kann man in Hong Konger Büroetagen hautnah erleben. Dort steigt die Belegschaftsdichte schonmal gerne auf das Doppelte bis Dreifache der in Europa akzeptierten Dichte. Aber ob im Büro in Hong Kong oder New York oder in einem populären Co-Workingspace in Berlin-Mitte, entscheidend ist am Ende, ob man ausreichend Ausweichmöglichkeiten angeboten bekommt, wie zum Beispiel Homeoffice oder einen Meeting-Raum und natürlich der gesittete Umgang mit seinen Kollegen. Rücksicht kann der größte Stresslinderer sein!
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16 My desk is my castle
Density, crowdedness and lack of space stress us. We have an innate sensitivity in this respect. Animals that are packed together in a cramped space also suffer and show increased susceptibility to all kinds of illnesses as well as a higher mortality rate. This is well known in agriculture and livestock breeding. We humans are also characterised by our aversion to overly restrictive situations. In general, we feel happiest with an arm's length distance between us and our neighbour. Depending on our familiarity to a fellow human being, how formal the contact situation is, and also on our culture, we prefer different distances. The result of what happens when, in addition to the aspect of cultural acceptance, prevailing property prices affect the employee density in offices, can be experienced first-hand in offices in Hong Kong. Staff density there can be double or triple the accepted level in Europe. But no matter whether you are in an office in Hong Kong or New York, or in one of the newly popular co-working spaces in Berlin-Mitte, what counts at the end of the day are the possibilities you have to avoid too much proximity, like working from home, or in a meeting room and, of course, respectful relationships between colleagues. Mutual thoughtfulness can be the greatest reliever of stress!
[:]17 Mach mal halblang
Ein Leben ohne Stress kann es gar nicht geben. Auch wäre das nicht gut, denn evolutionsbiologische betrachtet, ist es eben der Stress, der uns anregt, uns antreibt Neues zu probieren, weiterzukommen. Das gilt auch für Stress im Beruf: Punktueller Stress, der kommt und geht, ist gut für unsere Produktivität und Kreativität. Schwierig wird es dann, wenn der Stress sich in die Routinen des Arbeitsalltags einschleicht und dauerhaft wird. Dann kommt es zu Stressfolgeerkrankungen, die auch physischer Natur sein können: Energiestoffwechsel, Immunsystem und Hormonhaushalt geraten durcheinander. Sind wir einmal in diesem Dauerstress gefangen, wird auch die Fahrt mit dem Auto oder der Bahn von der Arbeit nach Hause zum Stresserzeuger, die negativen Effekte potenzieren sich. Wie kommt man da wieder raus? Die so naheliegende wie einfache Lösung: Körperliche Bewegung. Wer regelmäßig joggen geht oder Fahrrad fährt, kann oft schon dadurch aus dem Dauerstress ausbrechen. Ganz nebenbei bekommt er eine Portion Glücksgefühl spendiert und das Gehirn bedankt sich für die Extraportion Sauerstoff mit Ideen, Erinnerungen an fast vergessene Termine oder der Wiederaufnahme von liegengebliebenen Gedankengängen.
[:en]
17 Hang loose
A life without stress is not possible. It wouldn't be a good thing either, because it is stress that inspires us, impels us to try new things, and move forward. The same applies for stress at work: Intermittent stress that comes and goes is good for our productivity and creativity. It only becomes a problem when it creeps into our daily work routines and becomes a permanent fixture. Then it leads to stress-induced illnesses that can also be of a physical nature: Our energy metabolism, immune system and hormonal balance go haywire. Once we are caught up in this constant stress, even the car or train journey home from work can become a source of stress, the negative effects increase. How do we escape? The obvious but simple solution: With physical activity. If you jog or cycle regularly, you can often break out of the spiral of constant stress. At the same time it makes you happy, and the brain thanks you for the extra oxygen with ideas, memories of almost forgotten appointments, or the revival of unfinished trains of thought.
[:]18 Trimm Dich!
Als die Wohlstandsbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland in den 70er Jahren die Folgen des Wirtschaftswunders durch Übergewicht und Herzinfarkte regelrecht zu spüren bekam, wurde die Trimm-dich-Bewegung ins Leben gerufen. Trimmy, das Maskottchen der Bewegung, empfahl: Lauf mal wieder! Überall wurden Jogging-Pfade mit Bewegungsparcours aus der Taufe gehoben, um die Leute aus ihren Sofas in den Wald zu locken. Eine ähnliche Bewegung zeichnet sich zurzeit in der modernen Bürowelt ab. Büromöbelhersteller bieten ein immer breiteres Spektrum an ergonomischen Stühlen und Tischen an, um den still sitzenden Büromenschen zu mehr Bewegung zu veranlassen. Aber auch ohne den neusten Stuhl oder Stehtisch kann man seinem Körper etwas Gutes tun. Ähnlich den Anleitungen gegen Thrombose auf einem Langstreckenflug findet man viele Übungsbeispiele, die sich auf kleinstem Raum und in der Büroumgebung leicht ausführen lassen. Wie beim Joggen auf dem Trimm-Dich-Pfad ist es allerdings nötig, seinen inneren Schweinehund zu überlisten und die Bürogymnastik regelmäßig zu machen. Hierbei kann schon eine kleine App helfen – also keine Müdigkeit vorschützen!
[:en]18 Sit and be fit
When the affluent population of the Federal Republic of Germany felt the full impact of the consequences of the economic miracle in the 1970s in the form of obesity and heart attacks, the "trimm-dich" (keep-fit) movement was launched. "Trimmy", the movement's mascot, advised slouchers to: Get moving again! Jogging trails with a variety of activities lining the path shot up like mushrooms to lure people off their sofas into the woods. A similar movement is currently looming in the modern office world. Office furniture manufacturers offer an ever-wider range of ergonomic chairs and tables to encourage increased movement among sedentary office workers. But you don't necessarily need the latest chair or standing desk to do something good for your body. Just like the instructions on how to avoid thrombosis on a long-distance flight, there are plenty of exercises that can easily be done in the smallest of spaces in any office environment. But just like jogging in the "trimm-dich" fitness tracks in the woods, you still have to overcome your "inner couch potato" and do the office exercises regularly. A simple app can also help in this respect - so no pleading tiredness as an excuse!
[:]19 Mitarbeiter des Monats
McDonalds macht es uns vor: Hier sehen wir den “Employee of the Month” direkt beim Bestellen unseres Happy Meals. Ob der so gewürdigte Mitarbeiter denn auch happy darüber ist, hat viel damit zu tun, wie ehrlich die Auszeichnung ist. War es nur eine Frage der Zeit bis er an die Reihe kam oder hat derjenige auch wirklich Ausgezeichnetes geleistet? Neben dem Jahresbonus und einer Gehaltserhöhung ist die Anerkennung im Büro eine Hauptantriebskraft für gute Leistungen. Jeder Mensch möchte geschätzt werden und dies geschieht im Job eben einmal durch die Arbeit. Fehlt hier die Wertschätzung, kann es zur Resignation und einer inneren Kündigung kommen, der SuperGAU für jeden Arbeitgeber. Dieses Grundbedürfnis macht dann aber auch nicht vor der Führungskraft halt – auch wenn die Medien loben, kann der ausbleibende Respekt von Berufskollegen trotz Berühmtheit und Reichtum zu Mangelerscheinungen führen. “Peer recognition” heißt das im Englischen und trifft ins Schwarze. Wahre Anerkennung für die Essenz seines Tuns, darum geht es den meisten Menschen. Trotzdem darf auch mal zwischen den großen Etappensiegen gelobt werden.
[:en]
19 Employee of the month
McDonalds shows us how it's done: Here we see who is "Employee of the Month" directly when ordering our Happy Meals. Whether the commended employee is happy about it or not has a lot to do with how honest the award really is. Was it just a question of the time until it was his or her turn, or did he or she really do an excellent job? On top of the annual bonus and a pay rise, recognition at work is a major driving force for good performance. Everyone wants to be appreciated, and at work this depends on the quality of performance. If appreciation is lacking, disillusionment and inner resignation often follow, the worst-case scenario for any employer. This basic need doesn't stop short of management either - even if the media shower praise on managers, a lack of respect from professional colleagues can lead to signs of deficiency despite fame and wealth. This is known as "peer recognition", and really hits the mark. True appreciation for the essence of what one does, that's what most people seek. Nevertheless, a bit of praise between the major stage victories never harmed anyone.
20 Träum weiter
Beruf oder Berufung? Was ist der Unterschied zwischen Beruf und Arbeit? Ganz einfach ausgedrückt ist unser Beruf das, was wir erlernt oder studiert haben. Die Arbeit selbst erweist sich dann aber bald ganz konkret als die Tätigkeit, für die man täglich im Büro bezahlt wird. Hier kann eine Übereinstimmung mit dem Beruf vorliegen, muss es aber nicht. Sehr oft ist es so, dass der Anteil an Tätigkeit, für die man brennt, auf nur zehn Prozent der Arbeit schrumpft und der Rest für Verwaltung und Abarbeiten von Routinen benötigt wird. Hier kann es schnell zum Boreout kommen: Als Boreout-Syndrom (von englisch boredom ‚Langeweile‘) bzw. Ausgelangweilt-Sein wird ein Zustand ausgesprochener Unterforderung im Arbeitsleben bezeichnet, der bislang eher in den Medien als im wissenschaftlichen Bereich unter dem Aspekt eines Krankheitsbildes diskutiert wird. Boreout wird als paralleles Gegenstück des Burnout-Syndroms charakterisiert, das selbst in den Burnout münden kann. Wichtig ist es, hierzu eine gesunde Einstellung zu entwickeln und das Nötige nicht als belastend zu empfinden, sondern als elementaren Teil eines gesamten Systems zu begreifen. Oft ist es auch eine Frage der Einstellung und des Offenbleibens für das Erlernen von neuen Fähigkeiten. Wer hier geistig flexibel bleibt, beugt damit effektiv einem Boreout vor.
[:en]20 Dream on!
Profession or vocation? What is the difference between a profession and work? Put simply, our profession is what we have learned or studied. The work itself, however, soon turns out to be the concrete daily activity in the office for which we are paid. This may match our profession, but it doesn't have to. It isn’t rare for the proportion of the work you are passionate about to sink to roughly a tenth, and for the rest of the time to be spent on admin and routine processes. This can soon lead to "boreout" syndrome: A state of being downright under-challenged at work, which so far has been discussed as a clinical disorder more in the media than in scientific circles. Boreout is characterized as the counterpart of burnout syndrome, which can lead to the burnout itself. It is important in this respect to develop a healthy attitude and not to perceive necessities as irksome, but as an elementary part of the whole system. It is also frequently a question of attitude and remaining open to learning new skills. Staying mentally flexible in such situations is an effective way to prevent boreout.
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